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Informationen

Schwäb. Albverein e.V.

Ortsgruppe Ludwigsburg
Peter Mugele

 

Telefon: 07141 - 925152
Goethestraße 6
71638 Ludwigsburg 

mugele-ludwigsburg@t-online.de

" Zum Hohenstaufen und auf historischen Wegen“.

 Von hier aus nahm alles seinen Ausgang.

Aus dem Namen eines Berges wurde der Name einer Burg,
wurde der Name einer adeligen Familie,
wurde der Name einer Dynastie,
ein Mythos wurde der Name eines Zeitalters. Die Stauferzeit.

 Groß der Stammbaum, vielfältig und beeindruckend ihre Geschichte.

Am 3. August 2014 wanderte die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins von Göppingen aus zum "Hohenstaufen", ein sogenannter Zeugenberg, was heißt, ein aus dem ehemaligen Meer durch hartes Gestein im oberen Teil zurückgebliebener Berg. Also ein Zeuge einer vergangener Zeit.

In Göppingen, mit seinen breit angelegten Fußgängerzonen, begrüßten die Wanderführer Hans Stöhr und Ekkehard Pilz beim Rathaus in sonntäglicher Ruhe die ca.25 Wanderfreunde. Dem kleinen Einblick in die Göppinger Geschichte schließt sich ein Gang zur Stadtkirche mit schönem Innenraum, zum Schloss und zur auf einem alten aufgelassenen Friedhof mit vereinzelt noch stehenden Grabmalen liegende Oberhoferner Kirche. Sie ist das älteste Göppinger Bauwerk aus dem 7. Jahrhundert. Dort befindet sich auch ein bedeutendes Fresco welches die Burg Hohenstaufen um 1470 zeigt. Leider hat es angefangen zu regnen. Regenschutz und Schirm müssen ausgepackt werden. Noch geht es weit durchs Göppinger Wohngebiet, bis die Wanderer dann den Spitalwald erreichen. Auf schönem Waldweg kommt man vorwärts, doch kann man den Wald bei solch grauem, feuchten Wetter nicht so richtig genießen, als wenn er lichtdurchflutet und sonnenwarm ist. So genießen wir halt die gute frische Waldluft. Aber bei der ersten größeren Rast hellt es sich auf, wird sonnig und man hat unterwegs bei immer leicht ansteigendem Weg auch schöne Ausblicke in die grüne Landschaft zum Rechberg, Stuifen und am Horizont die abfallenden Berghänge der Alb beim sogenannten Kalten Feld. Aus dem Wald kommend herrlich der Blick hinauf zur Ortschaft und Burg Hohenstaufen und hinab ins weit ausgebreitete Tal mit Streuobstwiesen, Feldern, Waldflächen und kleinen Ortschaften. Wir machen wieder Rast, bevor wir uns auf den steilen Anstieg hinauf nach Hohenstaufen machen. Beim Dokumentationsmuseum über die staufische Geschichte gibt uns Hans Stöhr, er hat sich sichtlich gut vorbereitet, wieder Hinweise auf besondere Dinge der Geschichte und Umgebung, insbesondere auf den Weg durchs Naturschutz- und geologische Gebiet rund um den Hohenstaufen. Der Berg war schon von der Alb getrennt als es dort zu Beginn der Eiszeit zu einem mächtigen Felssturz kam. Ganze Felsmassen stürzten ab und hinterließen in der Landschaft mächtige Felsen in der Umgebung der heutigen sogenannten "Spielburg". Ein schöner, aussichtsreicher, geologisch interessanter Weg und vielseitiger Flora rund ums Dorf, erfreute uns. Dann Besuch im Museum, der eine länger, der andere kürzer. Man bräuchte viel Zeit die aufgezeigte große Staufergeschichte in sich aufzunehmen und vor allem im Kopf zu behalten. Da gilt es später bei Interesse nachzulesen. Da sind noch zwei Kirchen, sehenswert und besonders die um 1600 errichtete St.Jakobskirche, die später zum staufischen Denkmal umgebaut wird und dann den Namen Barbarossa-Kirche erhielt. Da einmal Jakobskirche führt hier auch der Jakobsweg vorbei und man kann bei der Eingangstür seinen Stempel ins Wanderbuch bekommen. Am Kirchengiebel rund um den steinernen Reichsadler sind die staufischen Herrscher aufgezeigt und ein Wappenfries ziert die Wand. Aber dann: Lockt die Aussicht auf der Ruine Hohenstaufen oder der Kaffee mit Hohenstaufenkuchen? Auf gut gepflegtem Waldweg geht es hinauf. Bäume und Mauern der ehemaligen Burg bestimmen heute den Bergrücken. 1936 - 1938 wurden die Grundmauern der ehemaligen Burg freigelegt und gesichert, sodaß heute der Mannsturm und Palas, die wichtigsten Gebäude zur Stauferzeit, zu erahnen sind. Friedrich Barbarossa weilte nachweislich im Jahr 1181 mit seinem Gefolge hier. Weiter kommt man zur nächsten Erhebung. Eine wunderbare Aussichtsstelle. Frei der Blick hinüber nach Rechberghausen. Hinüber nach Wäschenbeuren mit seiner romantischen "Wäscherburg" und welche großen Bezug zur Staufergeschichte hat. Blick hinüber ins Remstal nach Lorch, zu Rechberg und Stuifen zusammen mit dem Hohenstaufen die " Drei Kaiserberge". Blick hinüber nach Eislingen und Göppingen. Schön. Dann steht hier auch noch die zum 50. Jubiläum des Landes Baden-Württemberg errichtete Stele, achteckig geformt, ein Oktogon, welches an die Seitentürme des Castel del Monto in Apulien wo einst Staufer weilten, erinnern soll und aus apulischem Marmor gefertigt ist. Vor Jahren wurde in Apulien zum 750. Todestag von Kaiser Friedrich II auch eine solche Stele aufgestellt, dann aber aus schwäbischem Travertinstein, um so die Verbindung von Süditalien mit Württemberg zu dokumentieren. Solche Stelen stehen inzwischen an vielen Orten staufischer Geschichte. So auch in Göppingen wo Inschriften Bezug nehmen auf die Verbindung der Staufer zu Göppingen. Es bleibt noch Zeit sich auf sonniger Terrasse Kaffee und Kuchen schmecken zu lassen. Ich erinnere mich an schöne Ferientage, wo man von Eislingen aus manchmal geschwind auf den Hohenstaufen oder den Rechberg wanderte. Es war für mich heute ein Begegnung mit vertrauter Landschaft. Dann aber schnell den Berg hinab zur Bushaltestelle. Über einen Teil der Stauferstraße kommen wir nach Göppingen zurück. Jetzt bei schönem Wetter ist lebhaftes Treiben in der Stadt, wo wir in einem Lokal beim Rathaus im Freien Platz nehmen und Schlußeinkehr machen können. Wir sagen natürlich auch unseren Wanderführern ein herzliches Danke für den erlebnisreichen Wandertag durch Landschaft und Historie, der mit grauem Wetter begann und herrlich sonnig endete. Wir machen uns auf die Heimreise und meinen, eine Wanderung zur Burg Rechberg und Stuifen wäre auch mal schön.

 Bericht und Fotos von Wolfgang Staudenmayer