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Schwäb. Albverein e.V.

Ortsgruppe Ludwigsburg
Peter Mugele

 

Telefon: 07141 - 925152
Goethestraße 6
71638 Ludwigsburg 

mugele-ludwigsburg@t-online.de

Auf den Spuren von Urmensch und Römern

 

Die traditionelle Dreikönigswanderung begann in Benningen. Wanderführer Günter König und seine Partnerin Ursula Bleil waren mit gerade mal einer Woche Pause nach der Sylvesterwanderung schon wieder im Einsatz für den Albverein. Mit launigen Worten begrüßte Günter die Teilnehmer und wünschte allen ein gesundes Neues Jahr.

Unterhalb des Bahnhofs am Rathaus waren umfangreiche römische Spuren zu finden, wie im Titel der Wanderung versprochen. Es gab einst ein römisches Kastell am Ortsrand von Benningen. Die zahlreichen archäologischen Funde bildeten die Grundlage für die Sammlung des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart. Beim Bau des Rathauses stieß man auf die Reste einer Römerstraße, die von Cannstatt über Kornwestheim nach Benningen verlief. Die Teile wurden konserviert und können im Original besichtigt werden. Um das Rathaus befinden sich außerdem zahlreiche Weihesteine und eine Jupitersäule.

Nun ging es bergab Richtung Neckar, vorbei am „Museum im Adler“, dem Heimatmuseum von Benningen, das sicher mal einen Besuch wert wäre. Über die Neckarbrücke dann wieder steil hinauf an den Ortsrand von Murr. Das Wetter war prächtig und der Anstieg machte ordentlich warm. Ein schöner Blick ins Tal war der Lohn für die Mühe des Anstiegs.  Wir kamen am eindrucksvollen Gebäude der Bergkelter vorbei, die privat saniert und zu Wohnungen umgebaut worden ist.

Beim Abstieg erzählte uns Günter, dass man die Wanderung auch „Drei-Flüsse-Wanderung“ nennen könnte, da wir jetzt hinab an die Murr und an die Bottwar kämen. Wir erreichten zunächst Steinheim, das bekannt ist durch sein Urmensch-Museum. Eine imposante eiserne Nachbildung des 1910 in einer Kiesgrube gefundenen Steppenelefanten ziert den Kreisel mitten im Ort. Wir legten eine Pause ein am alten Bahnhof der Schmalspurbahn, die von Marbach auf einer Trasse entlang von Murr, Bottwar und Schozach nach Heilbronn geführt hatte. Aufgrund seines gemächlichen Tempos erhielt das Bähnle im Volksmund den Spitznamen „Entenmörder“, da es wohl gelegentlich eine Bedrohung für das örtliche Federvieh darstellte. Eine alte Dampflok am Bahnhof wurde als Denkmal restauriert und erinnert an frühere Zeiten. Bereits 1966 wurde der Personenverkehr eingestellt und im Laufe der Jahre folgte in Teiletappen auch der Güterverkehr.  Die Bahntrasse wurde in weiten Teilen zum Radweg ausgebaut.

 Am Flüsschen Bottwar entlang wanderten wir zum früheren Bahnhof Kleinbottwar, dann folgte sogleich der nächste Aufstieg zur Burg Schaubeck, die bekannt ist für die edlen Gewächse aus den Weinbergen des Grafen Adelmann. Vorbei an einem Lapidarium, in dem römische Weihesteine und alte Grenzsteine aufgestellt sind, erreichten wir erneut Steinheim. Am Rathaus herrschte buntes Treiben: Farbenprächtig verkleidete Gestalten, laute Musik – „Ja, isch denn scho Fasnet?“ Wir ließen uns aufklären: Am 6. Januar findet in Steinheim traditionell bereits der närrische Rathaussturm statt. Wir waren zu früh da, um diesem Spektakel live beizuwohnen, aber für einen schnellen Glühwein reichte die Zeit. Die Musik ging in die Beine, vor allem bei Ursula und bei „Schatzi, schenk mir ein Foto“ war sie nicht mehr zu halten und hüpfte mit ihrem Günter temperamentvoll über das Kopfsteinpflaster.

 Wir hatten noch anderthalb Stunden vor uns bis zum Endziel Marbach und so machten wir uns wieder auf den Weg. In der Sonne war es herrlich warm geworden, man hätte durchaus an einer geschützten Stelle draußen sitzen können wie im Frühling. Ein letzter Anstieg führte hinauf zum „Galgen“, wo wir mit einer herrlichen Aussicht ins Neckartal und zu den Höhen des Bottwartals  belohnt wurden. In der „Glocke“ in Marbach konnten wir uns bei einem Viertele und leckeren Wildgerichten wieder stärken. Ein wunderschöner Wandertag ging zu Ende, der allen Teilnehmern viel Freude bereitet hatte. Lieber Günter, liebe Ursula, herzlichen Dank dafür, wir freuen uns auf’s nächste Mal!

 

Bilder: Hans Stöhr