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Startseite > Rückblicke 2014 > 26.10.2014 Stäffelelauf
Bilder

Zu den Wanderungen vom 14.09.2014, 26.10.2014 und 16.11.2014 wurden Bildergalerien ins Internet gestellt.

Stäffelelauf

Rückblick auf die Wanderung „Stäffeleslauf“ vom 26.10.2014

Es war der Sonntag der Zeitumstellung auf die winterliche „Normalzeit“ und so waren die Wanderer gut ausgeschlafen und erwartungsfroh am Bahnhof eingetroffen. Die Wanderführer Gustav König und Thomas Bucic hatten bei Petrus einen goldenen Oktobertag bestellt und das Traumwetter hielt sich den ganzen Tag.

Vom Bahnhof Mühlacker ging es erst durch den Ort, wo mit Schriftbändern angekündigt wurde, dass heute der große Sportler Sebastian Kienle, Sieger beim Iron Man auf Hawaii und Sohn der Stadt, feierlich empfangen würde. Dann ging es gleich steil hinauf zur Ruine Löffelstelz, erste schöne Ausblicke auf die Enz waren möglich. Die alte Burganlage ist ein Wahrzeichen der Stadt Mühlacker und stammt aus der Zeit um 1180. Weiter führte der Weg zu den weithin sichtbaren rot-weißen Sendemasten, einem weiteren Wahrzeichen. Von den einst vier Masten wurden bereits zwei abgerissen. Der höchste ist 273 m hoch; der Sendebetrieb wurde 2012 eingestellt und auch dieser Mast wird wohl in absehbarer Zeit abgebaut werden. Die Aussicht hier oben war wunderschön, fast 360 Grad in der Runde ging der Blick in die hügelige Landschaft.

Ein kleiner Abstieg folgte über Streuobstwiesen und Felder, mit Apfelpause im Sonnenschein. Die Anoraks wurden ausgezogen und wer heute Morgen einen Rollkragenpullover übergezogen hatte, bereute diese Entscheidung zwischenzeitlich. Es war ein Herbsttag wie aus dem Bilderbuch: Es roch nach Erde von den frisch gepflügten Feldern und nach überreifen Äpfeln im Gras; die niemand aufgelesen hatte. Auf den abgeernteten Maisäckern ragten nur noch kahle Stängel empor, ein paar letzte Schafgarben konnten auf der Wiese gepflückt werden für einen Wintertee.

Der nächste Aufstieg ließ uns hinüber schauen zu den Felsengärten von Mühlhausen, unserem nächsten Ziel. Gegenüber lag die alte Schafweide „Roter Rain“, die von einer Ziegenherde beweidet und somit vor dauerhafter Verbuschung geschützt wird. Vesperpause an einer alten Feldscheune: Was ist das? Dicke blaue Schlehenfrüchte hängen am Schwarzdorn, fast sehen sie aus wie Trollingerbeeren. Die sind gut und voll Vitamin C – also schnell eine Tüte voll ernten. Unsere Bergauf-bergab-Wanderung führte uns nach Mühlhausen hinab, vorbei an alter Kelter und Renaissance-Schloss und schließlich zum Highlight der Tour: Auf einen Weinbergweg oberhalb der Enzschleife. Wir befanden uns auf dem Muschelkalk-Prallhang des Flusses. Auf diesem sonnendurchfluteten Steilhang gedeiht ein guter Tropfen. Alle Reben waren schon abgeerntet, nur ein paar verhutzelte Beeren hingen noch dran. Das Weinlaub leuchtete schon teilweise in Herbstfarben; Rot-, Gelb- und Orangetöne soweit das Auge reichte. In den Spalten der Natursteinmauern hatten sich viele Weinbergschnecken verkrochen. Sie deckeln sich jetzt zu, um den Winter gut zu überstehen. Und dann dieser Ausblick ins Enztal und dieser herrliche Sonnenschein…, ach, es war ein Traum!

 Irgendwann war der Höhenweg leider zu Ende, es ging ein Stück der Straße entlang und dann kamen endlich die Stäffele – hinab nach Roßwag, einem malerischen Wengertort, wie er schöner auch an der Mosel nicht sein kann. Wir stärkten uns bei einer guten Einkehr und dann kletterten wir die Stäffele mit frischen Kräften wieder hinauf, ungefähr 276 Stück waren es. Das kräftigt die Wadenmuskulatur! Langsam kam schon Abendstimmung auf, ja man merkte die Zeitumstellung. Letzte Blicke hinüber nach Vaihingen, wo Schloss Kaltenstein stolz im letzten Sonnenlicht thronte. Jetzt nur noch die Bundesstraße 10 überqueren, ob das gut geht? Alles klappte vorzüglich dank der erfahrenen Unterstützung von Hans Stöhr und dann hinab nach Illingen und in die Straßenbahn Richtung Heimat. Der Wandertag ging zu Ende, schade. Liebe Wanderführer Gustav und Thomas, Ihr habt uns einen herrlichen Wandertag in einer wunderschönen abwechslungsreichen Landschaft ermöglicht. Wir danken Euch ganz herzlich dafür. Diese Tour wird allen, die dabei waren, in wunderbarer Erinnerung bleiben.

Text: Christa Mugele

Bilder: Hans Stöhr