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Schwäb. Albverein e.V.

Ortsgruppe Ludwigsburg
Peter Mugele

 

Telefon: 07141 - 925152
Goethestraße 6
71638 Ludwigsburg 

mugele-ludwigsburg@t-online.de

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Wanderwoche in der Eifel

Die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäbischen Albvereins wieder in der Eifel unterwegs.

Die Vorbereitungen und die Reiseleitung der Herbstausfahrt vom 30. September bis 5. Oktober 2014 wurden von Ingrid Ollig und Peter Mugele vorgenommen. Gerne hat man das Angebot von Wanderführer Harald  Emmerichs und Annemie Färber vom Eifelwanderverein aufgenommen verschiedene Wanderungen, diesmal im östlichen Teil der Eifel, zu unternehmen. In Gedanken war auch immer unser Klaus Ollig, Initiator der Eifelausfahrten, mit auf unseren Wegen.

So machten sich 30 Teilnehmer unternehmungslustig mit Karl am Steuer seines roten Feuervogels via Autobahn auf den Weg,  zunächst an die Mosel und dann weiter in die Eifel nach Kaisersesch, Ingrid Olligs Heimatstadt. 

Das regnerische Wetter wurde zunehmend schöner und nach langer Fahrt kam die große geschwungene Moseltalbrücke bei Koblenz in Sicht. Dort wurde die Autobahn in Richtung Kobern/Mosel verlassen, wo uns dann am vorgesehenen Ort bereits unsere Wanderfeunde Harald und Annemie erwarteten. Die gegenseitig herzliche Begrüßung wurde mit einem Brombeerschnäpsle von Annemie begossen. Und dann hat Harald uns gleich zur ersten Wanderung eingestimmt. Also den Rucksack geschultert!

Der 372 m hohe Karmelenberg, südöstlicher Eifelvulkan, ehemals auch Schweineberg oder Hexenberg genannt, mit seiner barocken Marienkapelle, ist erstes Ziel. Gleich geht es im Wald steil bergauf und die erste nötige Ruhepause oben wird von Harald genutzt über die Geschichte des Orts zu erzählen. 354 Jahre ist die Kapelle alt, wurde vom Ehepaar derer von Waldbott zu Bassenheim als Erfüllung eines Gelübdes gestiftet und gilt heute als älteste Barockkirche im Koblenzer Raum. Neu restauriert ist die Kapelle schönes Denkmal auf der großen Waldlichtung von der es dann bequem bergab geht. An 7 Andachtshäuschen vorbei, den "Fußfällen",  wird eine naturgeschützte Baumallee mit mächtigen alten Baumriesen erreicht. Eichen, Buchen, Linden, Kastanien teils mit skurrilen Formen, begleitet uns. Die Allee wurde einst von der Grafenfamilie von Bassenheim bis hinauf zur Kapelle angelegt und ist größtenteils erhalten. Ein eindrucksvolles Erlebnis für den Naturfreund. Der schöne Waldweg, der Rhein-Burgen-Weg führt oberhalb der Ortschaft Wolken zur "Eisernen Hand" und geht über in einen schmalen Steig hin ins Hohensteinsbachtal mit einigen Mineralquellen. Bequem gehen wir über den Tatzelwurmweg, doch bald geht es wieder im Wald aufwärts und kommen zur romanischen Matthiaskapelle und der ehemaligen Oberburg hoch über Kobern an der Mosel, Wir stehen vor einer der bedeutendsten spätromanischen Kapellen von Rheinland-Pfalz. der Bau stammt aus dem 13.Jhd. und diente einst zur Aufbewahrung einer Reliquie des Hl. Matthias die ein Kreuzritter mitgebracht hatte. Es ist ein sechseckiger Bau, in der Mitte turmartig erhöht und hat sein Vorbild in orientalischen Gebäuden wie sie die Kreuzfahrer erlebt haben. Die Kapelle ist Kulturdenkmal wie auch die Reste der benachbarten Oberburg von Kobern. Hier ist noch der Turm zu sehen und  Teile der großen Ringmauer. In den anschließenden Gebäuden ist heute ein Restaurant untergebracht. Jetzt geht es bergab. Die Einen etwas angenehmer über Weinbergstraßen, die Anderen vorsichtig über Schiefergestein steil an der Niederburg vorbei. Beide Burgen stammen aus dem 12 Jhd.. Wir sind in Kobern, mit vielen sehenswerten alten Fachwerkbauten. Es ist Spätnachmittag und wir sind nach dieser ersten Einstiegswanderung bereits von der Eifellandschaft begeistert. Wir müssen zum Bus zur Weiterfahrt, vorbei an Schloss Leyen mit seinem Torbogen, weiter entlang der Mosel mit sehr steilen Weinberghängen. Da kommt die Reichsburg bei Cochem in den Blick und weiter gehts nach Kaisersesch zu unserem Quartier. Unterwegs berichtet Harald unermüdlich über Landschaft und Geschichte der umgebenden Landschaft. Toll wie Harald das macht! Über jedes Städtle kann er etwas  sagen. Es wird Abend und werden von den Wirtsleuten vom Waldhotel Kurfürst  herzlich willkommen geheißen. Ein gutes Abendessen und ein Viertele oder zwei von der Ahr, ein kühles frisches Bier, erwarten uns. Lange Anfahrt und Wanderung machte müde. Danke Harald und Annemie für den ersten erlebnisreichen Wandertag. Dank auch an Karl am Steuer für sichere Fahrt. Gute Nacht.

 

Guten Morgen! Gut geschlafen und gefrühstückt? Bereit zum 2. Wandertag?

Harald und Annemie führen uns heute von Neuvirneburg ins Nitztal hinab, zu St. Jost, zu einer süßen Überraschung und  weiter im Nitztal zum Schloss Bürresheim. Ein Blick zum Himmel. Das Wetter wird gut. Frisch auf! Karls Feuervogel nimmt Fahrt auf. Oberhalb dem Ort Neuvirneburg ist eine von 26 Eifler Traumpfaden angelegt, denn die Landschaft in der östlichen Hocheifel ist besonders schön. Der Blick geht zu den Eifler Bergen, zur "Hohen Acht" mit 747 m und aus vulkanischer Tätigkeit hervorgegangen, zur Nürburg, weltbekannt die Rennstrecke Nürburgring und zu großen Wald-und Wiesenhochflächen. Wir stehen auf der "Schafweide" und schauen in die Runde, erinnern uns an unsere Schwäb. Alb mit vielen Wachholderstauden, während hier Ginsterbüsche vorherrschen. Was muss das eine gelbe Farbenpracht, das Eifelgold, im späten Frühjahr sein! Harald erläutert uns das Entstehen dieser Heideflächen. Die ehemaligen Waldflächen wurden z.B. für den Bau von Wohngebäuden genutzt. Für die aufkommende Eisenproduktion brauchte man Kohlenmeiler. Eichen, Buchen lieferten Gerbsäuere für die Gerbereien. Haustiere weideten alles ab und einsetzende Agrarwirtschaft laugte den Boden vollends aus. Im 19. Jhd, war der Wald so gut wie verschwunden. Übrig blieben riesige Heideflächen oft bis zum Horizont.  Wir aber freuen uns an der jetzt bestehenden neuen Landschaft, denn Waldaufforstung und Hege der noch bestehenden Heide ergeben eine wunderbare Einheit. In großem Bogen wandern wir auf weichem Wiesenpfad weiter zur "Blumenrather Heide" Herrlich die Ausblicke, die Ruhe, Stille, wenn da nicht gerade "Wir" unterwegs sind. Im nahen Virneburg wurde von der ehemaligen Burg die wichtige Straße, bereits schon Römerstraße, vom Rhein über Mayen nach Aachen kontrolliert. Wir nehmen Abschied vom "Hocheifelblick", wandern weiter ins Nitztal hinunter. Wald umgibt uns wieder. Es ist wunderbar gut auf der Waldstaße, die mit feinem Vulkanschotter belegt ist, zu gehen.  Kurvenreich im Tal der Bachverlauf der Nitz. Fast romantisch die ausgedehnte Wald-und Auenlandschaft. Immer leicht auf und ab, am Bach entlang , dann wieder  tief eingeschnitten weit unten das Bachgemurmel, der Weg sehr lang, bis wir unterwegs an der sogenannten "Jodokussäule" eine Rast einlegen. Auf der Basaltsäule sind die Kirchengemeinden verzeichnet welche regelmäßig  zur Wallfahrtskirche St. Jost wallfahren. Auf diesem Weg erreichen wir dann die Kapelle St. Jost. Es ist eine der ältesten Wallfahrtsstätten in der Eifel. Der gotische Chor aus dem 14.Jhd. hat einen Altar aus Tuffstein.  Der Aufbau aus dem Jahre 1655 ist mit bunten Reliefs und Figuren sehr volkstümlich gestaltet. St. Jost ist Patron der Pilger und Bauern, Frauen mit Kinderwunsch, und, und, und. Die sonnige Waldlichtung lädt zum verweilen ein. Doch wir gehen weiter, erwartet uns doch bald die versprochene "Süße Überraschung". Weit auseinandergezogen ist die Wandergruppe. Der Talweg, kaum beschwerlich, verleitet zum schnelleren Gehen. Wir sind umgeben von Eichen-Buchen-und Kiefernwald. Astwerk, Bruchholz, gefällte Bäume zeigt auf, dass der Wald bewirtschaftet ist und Teil eines Erwerbszweigs der Talbewohner ist. In der Gegend waren früher Bergwerke in welchen Erze, Blei und Zinn abgebaut wurden. An einem ehemaligen Stolleneingang dem sog. "Bendisberg" hat sich ein Ehepaar vor Jahren ein Privathaus und Stallungen gebaut. Für uns die Überraschung: Im danebenliegenden Landgasthaus und vom Ehepaar betreut gibt es selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Schnell weg vom Hauptweg! Gänse warnen: Da kommen welche! Platz genommen. Das tut gut nach langem Weg, Und wie das schmeckt! Hier könnte man es aushalten, in der Sonne sitzen und sich verwöhnen lassen. Aber wir müssen nach angemessener Zeit aufbrechen um das nächste Ziel, den Ort Nitz, zu erreichen. Der Ort, ein Wohnidyll, da von hier keine Straßen ins Tal weiterführen. Früher ein beschwerlicher Ort, weil steile Hänge, unwegsames Gelände nicht viel Landwirtschaft zuließ. Als das Auto kam verbesserte sich allerdings die Mobilität der Bewohner. Auch das touristische Angebot nahm zu. Schon etwas müde kommen wir in Nitz an. Hier konnte sich die Wandergruppe aufteilen. Die Einen mit dem Bus nach Schloss Bürresheim, die Anderen noch eine Wegstrecke weiter im Nitztal. Dieser Weg wohl etwas anstrengend weil bestimmte Höhen erreicht werden mussten, war aber für die Teilnehmer ein schöner Wanderabschluß des Tages. Tief unten die Nitz, schön der Blick aus dem Wald kommend hinüber nach Schloss Bürresheim. Hoch auf einem Felssporn liegend, im Mündungsteil wo die Nitz in den Fluss Nette mündet ist das Schloss nie erobert oder zerstört worden, hat aber eine vielfältige Geschichte aufzuweisen. Harald sagt unter vielem anderem: Vor uns haben wir eine Kölner Burg, der westl. Teil und heute Ruine und den östlichen Teil ein gut erhaltenes Schloss, den Trierer Teil. An der Südwestecke wurde später ein barocker französischer  Terrassengarten angelegt. Inzwischen hat sich die Gruppe Annemie und Gruppe Harald wieder zusammengefunden. Es ist Spätnachmittag geworden,  Für alle ein erlebnisreicher Tag. Die Heimfahrt geht an der historischen Stadt Mayen -im Krieg stark zerstört- mit dem schiefen Turm der St. Clemenskirche, der Genovevenburg, dem noch erhaltenen Obertor, vorbei und entlang des Katzenberges, zurück nach Kaisersesch.  Noch in Erinnerung Bruchstücke von Haralds Mitteilungen: Das Mayerner Grubenfeld mit seinem Forschungszentrum, das Erlebniszentrum "Terra Vulkanica" das die 7000 jährige Abbaugeschichte vulkanischen Basalts vermittelt, die Freilichtspiele auf der Genovevenburg, die Nachbildung einer spätrömischen Fliehburg auf dem Kastenberg, und, und, und. Wir sind wieder im Quartier. Danke an Harald uns Annemie, Beifall für Karls Fahrkünste und Versorgung mit Flüssigem. Abends wohl versorgt  schlafen wir dann in einen neuen Wandertag hinein. A Guts Nächte! 

Schon sind wir bei der  3. Ausfahrt.

Heute soll es an die Mosel gehen, zur ehemaligen Festung Mont Royal, zu Moselpanoramen vom Allerfeinsten, nach Traben -Trarbach, zur Starkenburg, hinauf und hinunter nach Enkirch an der Mosel.

Heute hat Karl eine große Strecke  fahren müssen, zunächst zum "Königlichen Berg", einem Bergrücken an der Moselschleife bei Traben-Trarbach, zur ehemaligen Festung "Mont Royal". Die Festung wurde unter Ludwig dem XIV von seinem Baumeister Sebastian de Vauban gebaut und war eine der größten in Europa. Noch nicht fertig wurde sie der politischen Lage wegen bereits wieder aufgegeben. Von der Straße weg geht es im Wald über Stege, Geländer und Brücken hinein ins Festungsgelände. Vom vorgegebenen Weg sollte man nicht abweichen.  Auf Hinweistafeln ist nachzulesen wie die Anlage aufgebaut war. In den Jahren 1929-1937 wurden die verfallenen Bauwerke teilweise ausgegraben und weiterhin gepflegt. So können jetzt Gräben, Mauern, Stollen begangen und angeschaut werden. Insgesamt ein grandioses Geschichtsmonument. Später wandern wir bei herrlichem Sonnenschein in die Weinberge um Traben-Trarbach. Wein soweit das Auge reicht.  Steile Hänge sind es, jeder Fleck bis hinauf ist bebaut und  die Weinlese ist heuer  fast beendet. Am Weg liegt hoch oben die Ruine Grevenburg, 1350 erbaut und war der letzte Stammsitz der Sponheimer Grafen. Bequem abwärts auf Weinbergwegen kommen wir zur Stadt. Bei einer Kirche am Ortseingang machen wir auf der großen Freitreppe Rast. Harald erzählt viel über die Stadt und  ihre Umgebung.  Wir gehen zur Stadt hinunter. Bei der ev. Kirche ein Novum: Der Blasebalg für die Orgel hatte in der Kirche keinen Platz mehr, so wurde extra an der Außenseite der Kirche ein Anbau angebracht, das sogenannte "Balghäuschen". in der Stadt pulsierendes Leben, Tourismusverkehr, Ausflugsschiffe an der Anlegestelle. Über die Moselbrücke gehend kommen wir zum Wahrzeichen der Stadt dem aus rotem Sandstein erbaute  "Brückentor". Dort in der Nähe ist auch Karl mit dem Bus zu finden. Ab dort kann man mit dem Bus hinauf zum Ort Starkenburg zu einer Mittagseinkehr fahren oder mit Harald vom Tal aus dem Hangwald entlang hinauf wandern. Ein Teil der Wanderfreunde macht sich dann auf den teilweise recht steilen Weg. Sie kommen ins schnaufen und schwitzen, haben dazwischen aber immer wieder schönen Blick hinab zur Mosel und seiner Umgebung. Bei der Einkehr fühlen sich dann alle wohl Danach wandern alle gemeinsam auf dem Gräfin Loretta -Weg, immer an der hohen Weinbergkante entlang, auf und ab, manchmal eng und ausgesetzt, hinunter zum Moselort Enkirch. Unterwegs geht der Blick immer wieder hinein ins Moseltal. Wunderbar. Ein Seh-Erlebnis. Enkirch ist bekannt wegen seiner hervorragenden Weinberglage, mit vielen wunderschönen Fachwerkhäusern, bunten geschnitzten Straßenschildern. Dann fahren wir entlang der Mosel  und via Autobahn zurück nach Kaisersesch.

 "Sieben auf einen Streich"1 Da haben wir uns aber etwas vorgenommen!

Heute am 4. Wandertag wollen wir  Eifelmaare erkunden. Der Ort Immenrath, sanft eingebettet zwischen Wiesen und Wald, idyllisch gelegen und mit schmucken Häusern, liegt in einem ehemaligen Vulkanbecken welches verlandet ist, weil das Wasser abgelaufen war. Am Ortsende nehmen wir unsere Wanderung auf. Durch feuchte Wiesen, verwildertes Strauchwerk, entlang eines tief eingeschnittenen Wasserlaufs, dann durch Wald, kommen wir auf dem erst eröffneten "Wendelinsweg" zum "Imenrather Maar" Ein Rest aus vulkanischer Tätigkeit ist es das kleinste und flachste mit Wasser  gefüllte Maar der Eifel. Der Wasserabfluß ist verwildert und so wird das Maar nur noch von Oberflächen-und Grundwasser feucht gehalten, ist bis 1,50 m tief und ca. 40 000- 50 000 Jahre alt. Es steht unter Naturschutz wie alle Maare der Eifel. Nun steigen wir im Wald aufwärts, kommen in freie Landschaft. Die fast endlose Weite ist für uns immer wieder faszinierend. Im Blick jetzt und im Wiesengelände sichtbar kreisrund, sanft abfallend zum Grund,  ist eine grünbraun krustige Fläche zu sehen. Das "Strohner Märchen". Nicht ein Brüder Grimm Märchen sondern der Ausdruck für die Verkleinerung eines Maars. Das Strohner Märchen war einst ein Schlackenvulkan welcher den uns umgebenden Römerberg geschaffen hat. Es liegt in offener Landschaft und bildet ein Hochmoor. Man spricht von einer Torftiefe von 10 Metern. Bis zu 250 Pflanzenarten wie z.B. Wollgras, Rosmarinheide, Heidekraut, Sonnentau und  Moosbeere sind zu verzeichnen. Die Schulstunde über die Entstehung der Maare ist vielschichtig, dass dies den Rahmen eines Berichts sprengen würde. Können wir uns eigentlich die Zeiträume dieser Erdgeschichte vorstellen?  Kaum, auf die Schnelle! So  genießen wir die morgendliche Sonne und die uns umgebende Ruhe, haben schönen Ausblick und genießen einfach die kleine Rast. Dann sind wir wieder unterwegs, umgehen in großem Bogen, auf und ab, durch Wald und Flur, und auf schönen Naturpfaden, den Römerberg. Queren eine Landstraße und stehen vor dem Urbild eines Maars. Mitten im Wald, trichterförmig tief unten, das "Pulvermaar". Um die 20 bis 30 Tausend Jahre alt, ein blaues Auge  mit Wolkenspiegelung auf der Wasserfläche, mitten im Wald der sich bereits herbstlich zeigt.  Der Fußtritt raschelt im reichlich gefallenen Laub. Bald ist Mittagszeit und der Bus bringt uns eine Strecke weiter zum Ort Strohn. Dort liegt das Highlight: Die "Strohner Lavabombe". Ein riesiger Ball aus Lavafetzen zusammengebacken, aus dem Abbaugebiet Wartgesberg geborgen und 120 Tonnen schwer. Es ist ein gewaltiges Objekt und Attraktion von Strohn. Im Ort selbst machen wir Rast beim Vulkanmuseum. Im angegliederten Kaffee lassen wir uns lecker Kuchen schmecken, löschen Durst oder lauschen nur dem plätschern des kleinen angelegten Baches, welcher von einem Brunnen gespeist wird. Sind da nicht auch Spielzeugschiffe? Ahoi, lustig die Boote eingesetzt! Im Vulkanmuseum besonders toll die dort aufgebaute Lavaspaltwand, 12 000 Jahre alt, 6 m Lang und 4 m hoch. Durch entsprechende Beleuchtung ist der wirkliche Ausbruch eines Vulkanausbruchs dargestellt. Dann brechen wir auf zur erneuten Fusstour in Richtung der nächsten 3 Maare. Zunächst das "Holzmaar"  Wieder ein großer See, umgeben von Wald, mit erholsamer Stille und schönem Rundweg um den See. Der Name rührt von einer einst betriebenen Holzsägemühle im Tal her. Auch hier können wir in der Sonne sitzend rasten und uns Gedanken machen über das bereits Erlebte und von Harald immer wieder Gehörte. Taucht da auf dem See nicht ein Haubentaucher? Hat der Angler am See schon etwas gefangen? Mit 20 000 Tausend Jahren ist das Holzmaar das Jüngste, allerdings das Größte mit Wasser gefüllte Maar. Beim Weiterwandern gehen wir über den angelegten Märchenwaldpfad. Da ist ein Frosch der geküsst werden will, da eine Eule welche uns fragend anschaut. Wir gehen jetzt am Waldrand entlang aufwärts zu  einer frisch gemähten Wiese welche leicht abfällt zum verlandeten "Dürren Maar". Harald gibt unermüdlich Auskunft. Es hat sich bereits eine dicke Torfschicht gebildet, wird von Regenwasser und Quellen feucht gehalten und es wäre unvorsichtig die Moorfläche zu betreten. Seltene Schmetterlinge, Brut- und Wasservögel lassen sich hier nieder. Die Moorvegetation ist eine Fundgrube für den Naturliebhaber. Im Wald umgehen wir das Maar, erreichen wieder freies hügeliges  Feldgebiet. Da mitten drin, wir wären wahrscheinlich daran vorbeigegangen, liegt das "Kleinste" unter den Eifelmaaren, das "Hitsche Määrchen". Mit Sauergras und andern Wildgräsern bewachsen ist die Stelle bald vollends verlandet und wird der landwirtschaftlichen Nutzung anheimfallen. Wir habens geschafft! Sieben Maare auf einen Streich und Harald meint dazu: Selbst Einheimische erleben dies nicht alle Tage. Während  uns Karl  zurück bringt ins Quartier kann uns Harald unterwegs noch  vieles mitteilen. Was hat sich unser  Eifler Wanderfreund Mühe gemacht uns seine Heimat näher zu bringen. Annemie im Hintergrund, immer alle  fürsorglich zusammen haltend, auch  Se steuert manches bei, wie  z.B. was die Pflanzenwelt betrifft. An neuen Eindrücken und Wissenswertem reich kehren wir müde heim, denn es waren weite Wege, haben viel geschnauft, geschwitzt. Frisch sind wir aber wieder beim schmackhaften guten Abendessen. Wir sind gespannt auf den nächsten Tag. 

Wir sind schon 5 Tage in der Eifel unterwegs, es ist Samstag und Harald hat eine Wanderung nach Bad Bertrich im Programm.

Unser roter Feuervogel mit Karl am Steuer bringt uns zum gewünschten Ausgangspunkt. ein Höhenzug nahe dem Ort Luzerath. An einem an der Straße stehenden sogenannten "Heiligenhäuschen", aus Dankbarkeit von einer Familie vor 200 Jahren erstellt und heute noch gepflegtes Wahrzeichen, steigen wir aus. Hier befinden wir uns auf einem  der Eifler  Erlebniswege, der "Achter Höhe". Hier trennen sich heute die Wanderfreunde. Ein Teil wird mit Wanderführerin Annemie über die Höhen nahe Luzerath und weiter nach Bad Bertrich wandern. Der Rest, 17 an der Zahl, wird mit Harald auf dem etwas beschwerlichen längeren Weg über etliche Höhen und Tiefen unterwegs sein. Großartige Fernsichten, daneben urige und typische Eifelnatur, tief eingeschnittene Täler, wird diese Gruppe erleben können. Eifler  Landschaft  und Fernsicht hat auch Annemies Gruppe und kann unterwegs noch etwas Kultur mitnehmen. So z.B. in Driesch-Luzerath in der spätgotischen Wallfahrtskirche Mater Dolorosa den "Bitter Leiden Altar" aus dem Jahre 1672. Ein barocker Schnitzaltar besonderer Art. Haralds Wandergruppe hat über Feld gehend zunächst den Blick auf ein mitten in der Landschaft aufragenden riesigen Bau eines Logistikzentrums. Die graue Betonwand ist mit Landschaft bemalt, dass sie nicht so auffällt. Bald ist dieses unschöne "Ding" aus dem Blickfeld und wir dürfen wieder die unendliche Weite der Eifler Landschaft erleben. Wir wandern im  Wald abwärts ins Üßbachtal. An einer Stelle ist am Weg eine Aussichtsplattform hinaus gebaut. Eine wunderschöne Weitsicht und Tiefblick ins Üßbachtal. Im dichten Waldgebiet sieht man den Verlauf des Baches in extremen Schleifen: "Der Siebenbachblick". Weit geht es einen wenig begangenen Weg hinab. Dann am Bach entlang, recht urwüchsig, beinahe unwegsam, mit hohem Gras, Buschwerk am Rand, verwildertem Gehölz. Der umgebende Hochwald ist bereits leicht herbstlich gefärbt, Sonne bringt Licht und Wärme in den feuchten Talgrund. Harald führt uns aufwärts, abwärts, über Wiesen und Feldflächen. Wir kommen ins schnaufen und schwitzen und machen dann auf einer Hochwiese  auf alten dürren Heuballen sitzend eine Trinkpause. In Feld und Flur weiter kommen wir dann später zu einem großen Waldrastplatz, der Drei Eichen Hütte. Hier wird große wohlverdiente Vesperpause gemacht. Wir gelangen um  Vulkanberg "Falkenlay ". Hier gibt Harald eine Vulkan-Unterrichtsstunde. Schwierig sichs zu merken, sichs vorzustellen. Für uns ist die vor uns aufragende 50 m hohe Schlackenwand ein imposantes Naturschauspiel. Poröser Basalt, graublau, schwarz, mit tiefen Höhlen und sich bis nach Bad Bertrich hinüber ziehend. Man muss die Wand greifen, spüren und ein faustdicker Lavastein kommt in den Rucksack.  Später sind wir an einem tollen Aussichtspunkt der "Facher Höhe" hoch über Bad Bertrich. Dort treffen wir auch unsere anderen Wanderfreunde wieder. Alle sind mit dem Wandertag zufrieden. Tief unter uns liegt die Kurstadt eingebettet ins Üßbachtal. Wer am Darm, Magen. Leber, Gicht usw. leidet kann dort bei heißem Quellwasser einer Glaubersalz-Therme Heilung finden. Wir gehen jetzt gemeinsam steil, am Hohenzollern-Aussichtsturm vorbei, auf engen Pfaden hinab zur Stadt wo uns Dudelsackmusik begrüßt. Zur Erfrischung schnell ein Eis. Noch geht es  weit, die Füße werden langsam müde, durch den neu angelegten Kurpark zum Bus, welcher uns wieder zurück ins Waldhotel bringt.

 

Es ist Sonntag geworden.

Heute müssen wir Abschied nehmen von wunderbaren Wandertagen. Hatten wir die vergangene Woche herrliches Sommerwetter, so regnet es am Abreisetag.

Einen herzlichen Abschied nehmen wir vom Waldhotel, vom Ehepaar Arnicot und Ihrem Team. Im Haus hatten wir vorzügliche Unterkunft und Versorgung. Danke!

Die Koffer sind verladen, noch schnell ein Gruppenfoto, dann startet Karl seinen Feuervogel zur Heimfahrt nach Ludwigsburg.

Harald und Annemie begleiten uns heute bis zur Benediktiner-Abtei Maria Laach, denn dort will man Pause einlegen und Harald will für Interessierte eine letzte Wanderung am Laacher See anbieten.

Das Wetter bleibt regnerisch und in Maria Laach angekommen wandert ein Teil der Wanderfreunde mit Harald und Annemie. Der Laacher See ist das größte Maar der Eifel und es ist immer noch vulkanische Tätigkeit vorhanden, was an bestimmten Stellen durch ausströmendes Gas am See wahrgenommen werden kann. Die Anderen bleiben am Ort, besuchen die sechstürmige mittelalterliche Klosterkirche aus dem 11. und 12. Jhd., eine der schönsten Anlagen romanischer Baukunst. Schön am Eingang der Kirche, das sogenannte "Paradies", ein säulengeschmückter Vorbau. Im Kircheninnern sehenswert das Mosaikbild als Baldachin über dem Hochaltar. Mächtig der Orgelklang in der Kirche. Die Klostergärtnerei wird besucht, wie auch das reichhaltig und hervorragend ausgestattete Buch-und Handelsgeschäft. Ein Gang zur Villa Reuther mit erstklassig im Kloster angefertigten Möbeln und schönem Kunsthandwerk ist empfehlenswert. Vieles wäre noch zu besuchen. Wanderer und vor Ort gebliebene treffen sich dann wieder zur ausgemachten Zeit um zum vorbestellten Mittagessen zu fahren.

Dann heißt es Abschied nehmen von Annemie und Harald. Wir sind den beiden Wanderführern der vergangenen Tage zu großem Dank verpflichtet. Die Auswahl der Wanderungen, die vielen Unterrichtungen und Mitteilungen von Harald über Geschichte, Natur, Land und Leute, waren erstklassig und haben bei der Vorbereitung und Durchführung der Wandertage viel Arbeit gemacht. Annemie immer fürsorglich besorgt uns manchmal weit auseinandergezogene Gruppe einzusammeln und auch immer bereit Ihr Wissen über Pflanzenkunde anzubieten. Das bei der Fahrt zurück nach Maria Laach, wo Haralds und Annemies Auto steht, von uns überreichte Kuvert soll ein kleiner Teil unserer Hochachtung für unsere Eifler Wanderfreunde Harald und Annemie sein. Frisch auf , und nochmals ein herzliches Danke.

Danke auch Karl am Steuer, welcher uns verantwortlich und zuverlässig  an die entsprechenden Orte und wieder nach Hause gebracht hat. Der uns freundlich und zuvorkommend unsere Wünsche für Getränke, Aufbewahrung unserer Wanderutensilien usw. erfüllte. Danke.

An dieser Stelle sei auch einmal Ingrid und Peter Dank gesagt, welche die Reise überhaupt möglich gemacht haben, war es doch z.B. gar nicht so einfach die nötigen Teilnehmer für so eine Ausfahrt zusammen zu bekommen und zu aller Zufriedenheit durchzuführen. Es ist Ihnen gut gelungen. Ein herzliches Danke.

Wir sind gut in Ludwigsburg angekommen und können uns jetzt wieder im Alltag, noch lange an die wunderschönen Wandertage in der Eifel erinnern.

 

Bilder und Berichte: Wolfgang Staudenmayer