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Startseite > Rückblicke 2015 > 12.04.2015 Zum höchsten Berg des Odenwalds

„Auf den höchsten Berg des Odenwalds“

Am Bahnhof Ludwigsburg fielen ein paar Regentropfen als die Wanderer nach und nach zum Treffpunkt kamen. Das Wetter würde doch hoffentlich halten, denn wir wollten mit Gustav König und Hans Stöhr den Katzenbuckel, den höchsten Berg im Odenwald, erobern. Schon die Anfahrt war sehr schön, die Landschaft war überall mit einem leichten Grünschleier überzogen, dazwischen leuchteten die weißen Blüten der Schlehen und Wildkirschen wie üppige Blumensträuße – der Frühling hatte wirklich Einzug gehalten.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir in Eberbach an und begannen auch gleich mit dem steilen Aufstieg zur Ruine Eberbach. Tja, bevor man Aussicht genießen kann, muss man halt erst hinauf schnaufen! Am Wegrand blühten die letzten Veilchen und das erste gelb leuchtende Schöllkraut (danke, Sigrid – ohne Dich hätte ich das nicht herausgefunden).

Und dann war’s geschafft. Gustav erzählte uns über die Geschichte der Burg. Die Ursprünge liegen so um das Jahr 1200. Lange lag sie im Dornröschenschlaf und wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder „ausgegraben“ und in den heutigen Zustand versetzt. Die ganze Anlage setzt sich eigentlich aus drei Burgen zusammen, denn im Lauf der Zeit wurde immer wieder an- und ausgebaut, wenn die Familienverhältnisse es erforderten. Es war ein romantischer Platz für eine kurze Rast im Sonnenschein. Gleich neben der Mauer blühten purpurrote Taubnesseln im feuchten Gras. Im Frühling registriert man jeden Farbtupfer in der Natur und freut sich daran.

Weiter führte der Weg durch lichten Laubwald, allmählich wurde es wieder steiler. Die rötlichen Gesteinsbrocken links und rechts zeigten uns, dass wir uns in einem Buntsandsteingebiet befanden. Wir durchquerten eine ausgedehnte Waldlichtung, dicht bewachsen mit Ginsterbüschen. „Das sieht ja aus wie in der Eifel!“ Nochmal ein Stück „relativ eben“ und dann nahmen wir den letzten steilen Aufstieg zum Gipfel in Angriff. Unterwegs ein noch ein Abstecher zur „Freyaquelle“: von moosbewachsenen Felsen umgeben sprudelte klares Wasser aus dem Boden. Es ist nicht genau bekannt, wo das Wasser herkommt, da die Quelle kein Einzugsgebiet hat. Schließlich ragte er vor uns auf – der Aussichtsturm auf dem 626 m hohen Katzenbuckel. Die konditionsstarken Wanderer stiegen natürlich hinauf und erzählten von der tollen Aussicht „bis zum Taunus“. Der Berg besteht aus dem erstarrten Ergussgestein eines Vulkans, das härter war als das umgebende Material und hat der Erosion getrotzt.

„Also, um eins ist dann wieder Abmarsch“, gab Gustav bekannt. Wir schulterten die Rucksäcke und gemütlich ging es abwärts. Im lichten Wald überall weite Felder von Waldbingelkraut, der ganze Boden ist grün, wie anderswo vom Bärlauch. Immer noch scheint die Sonne, was haben wir für ein Glück. Auf dem „Katzenpfad“ erreichten wir den Ortsrand des Dorfes Waldkatzenbach. Der letzte Abstieg führte auf einem herrlich weichen Waldweg (soo angenehm für die Knie- und Hüftgelenke) hinunter nach Eberbach. Immer wieder ergaben sich Ausblicke auf die umliegenden Odenwald-Hügel, blühende Buschwindröschen und Sauerklee, ein herrlicher Naturpfad.

In Eberbach dann eine gute Einkehr, ratz-fatz standen die Getränke auf dem Tisch und das Essen auch. So blieb bis zur Abfahrt des Zuges noch etwas Zeit für einen kleinen Bummel durch Städtchen und an den Neckar. Wir schlenderten durch die alten Gassen mit ihren Fachwerkhäusern und genossen eine Kugel Eis dabei, ein Gefühl wie im Urlaub. Wir hatten einen wunderschönen Frühlings-Wandertag – ein herzliches Dankeschön dafür an unsere beiden Wanderführer Gustav und Hans!

Bericht: Christa Mugele
Bilder: Gerda Potzel