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Startseite > Rückblicke 2015 > 19.07.2015 Pfullinger Onderhos

Wanderung zum Schönbergturm – der Pfullinger „Onderhos“

am 19.Juli 2015

Am Bahnhof Ludwigburg scharte sich am Sonntagmorgen eine wanderfreudige Gruppe um die Wanderführer Hans Stöhr und Ekkehard Pilz. Die S-Bahn brachte uns nach Stuttgart, wo noch ein Wanderer zu uns stieß, der schon in Tamm eingestiegen war. Jetzt war die angemeldete Gruppe mit 9 + 2 Leuten komplett. Viele scheuten wohl die große Hitze der letzten Tage, wir aber konnten den Vorteil der kleinen Gruppe genießen.

Mit einem Interregio ging es weiter nach Reutlingen. Heftiger Regen beeinträchtigte die Sicht nach draußen, war aber nach der ca. 1 stündigen Fahrt vorbei. Mit dem Bus ging es bis zur Endstation Pfullingen, wo Hans seine Begrüßungsansprache hielt und den geplanten Tagesablauf beschrieb. Er nutzte die Gelegenheit, auf den Umstand aufmerksam zu machen, dass es für die Ortsgruppe Lbg. bei der nächsten Hauptversammlung mit Neuwahlen eng werden könnte. Sechs Ausschussstellen sind neu zu besetzen und wenig Bereitschaft zur Mitarbeit zu erkennen. Wir sollten uns doch ernsthaft Gedanken machen und das Problem weitersagen.

Da wir hier und jetzt keine Lösung finden würden, ging es durch den offensichtlich noch schlafenden Ort zunächst noch auf Asphalt bis an die Waldgrenze, wo wir umso mehr die „naturbelassenen“ Wege schätzten. Es ging durch lichte Wälder, über Wiesen, mal auf mal ab mal eben, und wir machten Trinkpausen an besonders schönen Plätzen mit Aussicht. Überall hatte Hans etwas Passendes zu erzählen. Die Wege waren trocken, die Steigungen akzeptabel und der „Gänsemarsch“ immer übersichtlich. Ein Abstecher von der Hauptroute ging zum Eingang der Nebelhöhle, wo wir eine Pause nutzten zum Vespern, Trinken, Sitzen oder Infolesen am Kassenhäuschen.

Durch das ausgewiesene Naturschutzgebiet „Won“ mit sanften Hügeln und Wachholderbäumen und nach einem etwa halbstündigen Weg durch einen relativ dichten Laubwald kamen wir zur Lichtung auf dem Gipfel des Schönbergs und sahen plötzlich weiter hinten die Spitzen des Schönbergturmes über die Baumkronen ragen. Hans nutzte dieses schöne Motiv für das erste Gruppenfoto vor dem Turm. Die Kamera der Verfasserin dieses Berichtes war schon nach dem Begrüßungsfoto ausgefallen, so dass uns zum Glück die Bilder von Hans zur Verfügung stehen.

Nun waren wir also auf dem 793 Meter hohen Schönberg angekommen und standen am Fuß des 1906 nach Plänen von Theodor Fischer, dem bekannten und kreativen Architekten und Professor an der Stuttgarter Techn. Hochschule, erbauten und durch einen Pfullinger Mäzen namens Laiblin  und Spenden finanzierten Albvereinsturm. Aufgrund seiner doppeltürmigen Konstruktion hatte er von Anfang an seinen Spitznamen weg: Pfullinger Unterhose, oder besser „Onderhos“. Er hat eine Höhe von 27 Metern, und man steigt in einem „Hosenbein“ 212 Stufen relativ leicht hinauf, genießt oben die gut beschilderte und freie Rundumsicht mit Rossberg, Georgenberg und Achalm und im andern geht es wieder abwärts. Zum 100jährigen Jubiläum 2006 gab es ein großes Fest und man hat dem Turm mit Hilfe eines Hubschraubers tatsächlich für 4 Wochen eine Unterhose angezogen.

Ein glühender Grill vor dem Turm lädt ein, im Kiosk gekaufte Würstchen zu grillen, es gibt Getränke aller Art und genug Sitzgelegenheiten. Jetzt erzählte Hans uns Wissenswertes rund um den Turm. Hier wie schon an der Nebelhöhle wunderten wir uns über die eher wenigen Besucher. Die außergewöhnliche Hitze dieser Tage hält wohl viele Leute einfach zuhause.

Diese meine erste und ganz problemlose Wanderung nach 6 Monaten erzwungener Abstinenz feierte ich mit einem Glas Sekt und trank auf das Wohl dieses wunderschönen Fleckchens Erde, festgehalten im Gruppenbild.

Wenn’s am schönsten ist, geht’s bekanntlich immer weiter und von nun an nur noch bergab. Zunächst über die Hochwiese „Wanne“, die so trocken waren, dass man stellenweise eine Hand in die Risse stecken konnte. Beim Umschauen konnten wir den sowieso weithin sichtbaren Turm noch lange sehen. Dann nahm uns der Wald wieder auf und spendete Schatten. Vor Pfullingen trafen wir auf diverse Aktionen des Verschönerungsvereins und sichtlich gepflegte Streuobstwiesen. Gleich am Ortsanfang liegen die Pfullinger Sportstätten und wir hatten die Schlusseinkehr erreicht. Auf der Terrasse unter großen Sonnenschirmen schmeckten Speis’ und Trank vorzüglich.

Von dort war es gar nicht weit zur Bushaltestelle und ohne lange Wartezeit brachte uns der Bus durch das hübsche Städtchen, noch einmal durch freie Landschaft und durch Reutlingen zum Bahnhof. Kaum im Zug öffnete der Himmel wieder seine Schleusen. Hatte Hans das mit dem Wettergott verabredet?

Auf der Bahnhofsbaustelle Stuttgart 21 wimmelte es von Menschen, ebenso auf den jetzt weiter entfernten S-Bahnsteigen, wo wir den Schwund von fast 20% bemerkten, der sich später aufklärte, weil 2 „oben“ einen Zug erreicht hatten und gar nicht mit zur S-Bahn gegangen waren.

Auch in Ludwigsburg war solch ein Gedränge, dass das Verabschieden und der Dank an die Wanderführer für diesen herrlichen perfekt „durchgestylten“ Tag fast zu kurz kam. Unsere Begeisterung kann ihnen aber nicht entgangen sein. Hier noch mal unser allerherzlichster Dank!

Text: Gisela Seltmann

Fotos: Hans Stöhr