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Startseite > Rückblicke 2015 > 22.02.2015 Feuerbachtal und Veitkapelle
Feuerbachtal und Veitkapelle

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.....

Dies konnten 36 Wanderfreunde des Schwäb.Albvereins der Ortsgruppe Ludwigsburg am 22. Februar 2015 erstaunt feststellen.

Vom Ort Zazenhausen will man durch das Feuerbachtal nach Mühlhausen, dann weiter über den Burgenweg zum Max-Eyth-See wandern, dort dann entlang über Hofen zurück nach Mühlhausen kommen.

Am Ortsende von Zazenhausen begrüßte Wanderführer Thomas Bocic und Ingrid Ollig die Wanderfreunde. Sie stellten eine schöne Wandertour vor und hatten dazu noch ein wunderbares Kulturgut in Mühlhausen im Angebot, welches besichtigt werden könnte. Aus Zazenhausen kommend gehen wir unter dem hohen Eisenbahnviadukt durch. Die Eisenbahnstrecke wird für den Güterverkehr ins Neckartal genutzt und ist auch als "Schusterbahn" bekannt. Ein grünes Tal öffnet sich. Das Gebiet das wir durchwandern gehört zum fruchtbaren Korngäu und ist als Langes Feld bezeichnet. Lößablagerungen machen die Felder fruchtbar. In den nördlichen Muschelkalkhängen mit dem Eschbach-und Haselwald hat sich der Feuerbach eingegraben. Der ursprüngliche Bach wurde in den Jahren 1935-1940 vom damaligen Arbeitsdienst als Kanal ausgebaut um auch eventuelle Hochwässer besser ableiten zu können. Die Waldgebiete entlang des Tales zählen zu den alten Bereichen des sonst waldarmen Nordens von Stuttgart. Eschen-Eichen-Buchenwald an den Talhängen, Buschwerk, weite Wiesenflächen im Tal, begleiten uns. Auf der Höhe liegen die Hochhausbauten von Mönchfeld. Einst war es wertvolles Ackerland und wurde ab 1957 wegen steigendem Wohnbedarf bebaut. Der untere Bereich des Feuerbachtals ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Jetzt zu Ende der Winterzeit ist der umgebende Wald etwas grau und unansehlich. In diesem Landschaftsteil wurde 1990 im Wiesental der Feuerbach renatuiert und schlängelt (mäandert) sich heute als schmales Bächlein durch die Landschaft und kommt dem ursprünglichen Bachverlauf des Feuerbachs sehr nahe. Der Verlauf des bestehenden Kanals ist ja nicht das ursprüngliche Bachbett. Wir kommen nach Mühlhausen hinein und gleich in den historischen Teil des Orts der steil am Berg liegt. Im Talgrund steht das sog. Palmsche Schloß, welches 1728 von den Gebr. Palm erworben wurde und heute als Bezirksrathaus genutzt ist. Ein wunderschön gepflegtes Anwesen mit anschließendem schönen Baumpark. Hoch oben im Ort ist der Turm der ehemaligen Heidenburg zu sehen. Im 12.Jhdt. entstanden, 1312 zerstört, einst umgeben von mächtigen Mauern, wurde auf der Burgkapelle später die  ev. Walburgiskirche  gebaut. Beim Bombardement 1943 zerstört ist der Turm heute Wahrzeichen und Mahnmal. Wir gehen zum versprochenen Kulturangebot des Tages: Die Besichtigung der Veitskapelle. Ein Kleinod gotischer Baukunst und größter, schönster und wertvollster Schatz Mühlhausens, welcher im Raum Stuttgart seinesgleichen sucht. Durch eine Stiftung des Bürgers "dem ehrbaren Reinhart von Mühlhausen", später Bürger zu Prag und dort zu Reichtum gekommen, konnte der Bau 1380 begonnen werden. Reiche Wandmalereien und Altäre, Grabmäler des Ortsadels, beinhalten den Kirchenraum Eine ausführliche und interessante Kirchenführung ließ die Teilnehmer immer wieder staunen über die Vielfalt der Wandmalereien und ihrer Bildgeschichten, welche bei einer Renovation nur gereinigt wurden und sich immernoch so darstellen wie aus der Erbauungszeit.. Wunderbare Flügelaltäre und ein Altarstück aus der  Walpurgiskirche sind zu sehen und da die Kirche immer in Besitz des Ortsadels war, wurde beim reformatorischen Bildersturm  die Kirche verschont, ist also im ursprünglichen Zustand erhalten. Etwas durchgefroren im kalten Kirchenraum ist es gut wieder in wärmeres Umfeld zu kommen. Wir machen uns auf den  4-Burgen- Rundwanderweg  der zunächst durch den Park beim Rathaus hinauf zur Engelburg, etwa 700 erbaut, führt. Unterwegs schöne große Flächen von blühenden Schneeglöckchen. Oben bei den noch bestehenden Grundmauern der Burg wird Rast gemacht. Vesper schmeckt und Sonne wärmt. Der Blick geht hinab zum neueren Teil von Mühlhausen und hinüber nach Hofen und dem größten und jüngsten Stadtteil, dem Häusergewirr und der Hochhaussilhouette, Neugereut. Wir wandern oberhalb der Weinberge entlang des Neckars auf der Höhe weiter, jetzt an Mönchfeld vorbei, haben herrlichen Ausblick in die weite Neckarschleife hin nach Münster oder zur weiten Fläche des Max-Eyth-Sees. Es wird festgestellt wie schön und unverbaut die ersten Häuser entlang des Weges stehen.  Wir kommen zum Freienstein, ehemals auch Burgplatz, ist es heute  Ruhe-und Aussichtsplatz. Auch hier geht der Blick hinunter zum Neckar und hinüber zum Kraftwerk Münster. In der Ferne sind die Höhen um den Roten Berg auszumachen. Hier teilt sich auch die Wandergruppe. Während ein Teil auf der Höhe weiter wandert, an Freiberg mit seinen Hochhäusern vorbei, über Freizeitgelände und Weinberge hinab zum Neckar geht und dann zurück auf den Weg nach Mühlhausen kommt, wandern die anderen gleich hinunter zum Neckar, zur Brücke hinüber zum Max-Eyth-See. Dieser See ist beliebtes Ausflugsziel, größter See von Stuttgart, wie auch Vogelschutzgebiet und Naturrefugium. Am See auf einer Halbinsel befindet sich auch der ehemalige Standort vom Heideschloß. Die Gruppe kommt zur Neckarschleusenbrücke  bei Hofen. Dort  am Neckar  stand einst auch eine Burganlage, die Zwingenburg. Im 30 jährigen Krieg zerstört, diente sie später als Steinbruch. Steine von dort wurden auch zum Bau der Wallfahrtskirche St. Barbara verwendet. Bald ist man dann  nach Mühlhausen zurück gekommen. Bei einer Schlußeinkehr finden sich dann alle wieder zusammen. Daß jeder nach der vielfältigen Speisenliste in kurzer Zeit zu seinem Essenswunsch kam grenzt an ein Wunder. Alle sind zufrieden und  dankbar mit dem Wandertag , welcher für manche Wanderfreunde in noch unbekannte Naturlandschaft geführt hat. Auch für den kulturell interessanten und wertvollen Teil des Tages ist den Verantwortlichen Thmas und Ingrid zu danken. Sicher ist das Feuerbachtal im Frühjahr wenn alles grünt und blüht für manchen Wander- und Naturfreund ein Besuch wert.

 Bericht und Bilder:Wolfgang Staudenmayer