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Startseite > Rückblicke 2015 > 28.03.2015 Auf der Schwäb. Alb

Rückblick auf die Wanderung vom 28.3.2015 „Über die Höhen um Albstadt“

Eine Wanderung von sechseinhalb Stunden von Albstadt-Ebingen nach Albstadt-Laufen stand an diesem Samstag auf dem Programm. Wanderführer Hans-Dieter Horlacher, „Horli“, begrüßte 14 Teilnehmer am Bahnhof Ludwigsburg. Ein sonniger, frischer Tag kündigte sich an. Nach ungefähr zwei Stunden Anfahrt ging’s in Ebingen los; ein knackiger Anstieg bildete den Auftakt: „Dr Anorak könnt’r glei auslassa, nach a paar Meter wird’s Euch warm“ prophezeite der Horli und er hatte recht! Im Gänsemarsch wanderten wir zügig bergan, alle Gespräche verstummten, denn jeder war erstmal mit Schnaufen beschäftigt. Schließlich erreichten wir den Malesfelsen: Schweißtropfen abwischen, Aussicht genießen und einen Schluck trinken! Wir befanden uns auf 884 m Höhe und hatten einen herrlichen Blick hinab auf die Stadt und ins Land. Auch der Raichberg, das Wanderziel für die nächste Tour im Mai, war gut zu erkennen.

Der Weiterweg brachte immer wieder kleine Auf- und Abstiege. Wir wurden im Lauf des Tages zu „T(D)raufgängern, oft ging es an der steilen Abbruchkante der Alb entlang und wir konnten wechselnde Ausblicke bewundern; das lag auch an den noch unbelaubten Bäumen, die uns die Sicht nicht verstellten, anders als im Sommer, wo man oft nur eine grüne Wand vor sich hat. Am Waldrand standen prächtige Hutebuchen, oft auch Kuhbuchen genannt. Das sind große vielstämmige Bäume mit ausladenden Kronen. Sie wurden als junge Pflanzen vom Weidevieh verbissen und haben neu ausgetrieben. Mehrere Stämme sind dann zu einem gewaltigen Exemplar zusammen gewachsen. Immer wieder leuchtete es lilafarben aus dem Gebüsch: ein Seidelbaststrauch in voller Blüte, ein prächtiger Anblick in der doch noch recht grauen Natur.

Die erste Pause konnten wir im Sonnenschein auf einigen Baumstämmen sitzend verbringen. Ach, ist das schön, wenn die Frühlingssonne ein bisschen wärmt. Ab und an wehte aber auch in freien Lagen ein recht kalter Wind und wir fanden immer wieder Schneereste vor, die sich im Schatten des Waldes gehalten hatten und außerdem ist es auf der Alb ja bekanntlich stets „einen Kittel kälter“! Einige Kilometer weiter trafen wir auf ein „Kunstwerk“: alte Schuhe jeglicher Kategorie waren an einen Baum genagelt worden. Da gab es Wanderstiefel, Turnschuhe, spitze Damenschuhe … es sah auf jeden Fall witzig aus.

Zügig wanderten wir weiter durch das Städtchen Meßstetten mit seinem imposanten Kirchturm. Wir befanden uns jetzt auf einem Premium-Wanderweg, dem sog. „Donau-Zollernalb-Weg“. Hier gibt es wohl meist reichlich Schnee, denn wir kamen an einem Skilift vorbei und sogar an einer kleinen Skisprungschanze. Botanisch war es auch wieder interessant: Wir sahen große Ansammlungen von Hirschzungenfarn, ein ganzer Hang war grün. Die langen schmalen Blätter des Farns sahen wirklich wie Zungen aus. Später im Tal noch was Interessantes: ein Büschel blauer Blüten auf einem runden Stiel und ganz viele davon, was ist denn das? Kommentar von hinten „ha, blaue Schlüsselbluma“! Nein, Lungenkraut ist das, erfuhren wir – wieder was gelernt.

Langsam wurde die Beine schwerer, wir näherten uns auch schon der berühmten „Hossinger Leiter“ und Horli entschied: „Den Gräbelesberg lassen wir weg, sonst wird’s zu lang, wir sind schon bei 20 Kilometer“! Wir stiegen hinab über steile Stufen, die sich an mächtige weißgraue Felsen schmiegen. Ursprünglich war das wirklich eine Leiter, später eine Treppenanlage, eingerichtet für Hossinger Bauern und Arbeiter als kürzester Verbindungsweg zu ihren Feldern und Arbeitsstätten im Tal.

Kurz vor unsere Zielpunkt Laufen stand ein kleines Cafè am Wegesrand. „Da könnten wir doch reingehen, gell Horli, wir haben doch noch Zeit! Ein schönes Bier oder ein Kaffee, das wär’s jetzt!“ Unser Wanderführer ließ sich erweichen und wir verbrachten noch ein gemütliches Stündchen miteinander, trocken und warm und mit guten Getränken versorgt. Draußen hatte sich der Himmel zugezogen und mit den ersten Regentropfen erreichten wir den Haltepunkt der hohenzollerischen Landesbahn – müde, aber stolz und glücklich. Vielen Dank für diesen schönen Tag auf der Alb, lieber Horli.

Text: Christa Mugele
Bilder: Gerda Potzel