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Startseite > Rückblicke 2015 > 31.05.2015 Exkursion Zugwiesen
Exkursion Zugwiesen

 

Jeder Ludwigsburger kennt das Gebiet der Zugwiesen am Neckar unterhalb von Poppenweiler. Über zehn Jahre hat es einst gedauert bis aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen das heutige Naturparadies wurde. Es handelt sich hier nämlich nicht um eine Renaturierung wie oft angenommen wird, sondern um eine „ökologische Aufwertung“.

Viele Kubikmeter Erde wurden bewegt, unzählige Pflanzen eingebracht bis die heutige Auenlandschaft entstand. Umfangreiche Arbeiten erforderte auch das Umgehungsgerinnsel, das den Neckar oberhalb und unterhalb der Staustufe verbindet, damit Fische ihren Weg über die Stauung hinweg finden können.

Wanderführer Werner Brekle und Professor Dr. Claus König, Mitglied der Ortsgruppe Ludwigsburg, machte sich mit einer kleinen Teilnehmerschar auf den Weg, um einen Einblick in die Vogelwelt der Zugwiesen zu geben. Üppig blühten überall Margeriten, Färberwaid, vereinzelt auch Wiesensalbei, Flockenblumen und Witwenblumen – eine herrliche Farbenpracht.  Auf dem Wasser sahen wir Enten mit und ohne Küken. Im Gebüsch zwitscherten vor allem Buchfinken und immer wieder auch Dorngrasmücken. Leider waren sie im sommerlichen Grün fast nie zu sehen. Würden wir auch wieder die Falken beobachten können in den Felsen bei  Poppenweiler? Nein, dieses Jahr brüten sie nicht, erklärte uns Prof. König.

Dann aber erlebten wir den Höhepunkt unseres Ausfluges. Durch das sehr stark vergrößernde Fernrohr von Herrn König, das er auf einem Stativ befestigt hatte, erlebten wir eine ornithologische Sensation: Wir durften eine Uhu-Familie beobachten, die dieses Jahr zum ersten Mal in den Felsen aufgetaucht ist und auch gleich gebrütet hat. Leider ist das Uhu-Männchen nicht mehr am Leben, aber die Mutter konnte alle drei Jungen alleine großziehen. Wir sahen zu, wie sie ihren Jungen Futter in mundgerechten Stücken vorlegte. Zwar kann der Nachwuchs schon fliegen, wird aber noch einige Wochen mit Nahrung versorgt. Uhus werden in der Abenddämmerung aktiv und sitzen dann auf Beute an. Sie schlagen vor allem die Wanderratten, die am Neckar reichlich vorhanden sind und außerdem auch gerne Rabenkrähen. Man hofft nun, dass die jungen Uhus in unserem Gebiet bleiben und ein eigenes Revier finden werden.

Wir wanderten weiter bis zum See und Aussichtsturm, hörten dem Rohrsänger zu und sahen auch einige Nilgänse, deren Vorfahren aus Parks oder Volieren entkommen sind und die sich bei uns sehr wohlfühlen und gerne vermehren. Ein Fischreiher wartete regungslos auf Beute und am See saß ein Kormoran und ließ seine weit ausgebreiteten schwarzen Flügel in der Sonne trocknen. Da er kein gut gefettetes Gefieder hat wie andere Wasservögel, muss er sich immer wieder „trocken föhnen“. Noch etwas Besonderes: ein Gänsesägerweibchen auf der Durchreise flog über uns hinweg.

Passenderweise endete unsere Wanderung bei einer Einkehr im „Hotel Huhn“, wo sich Vorstand P. Mugele herzlich bei Professor König bedankte für diese Exkursion und in Aussicht stellte, dass eine Wiederholung im nächsten Jahr möglich wäre.

 

Bericht: Christa Mugele

Fotos: Peter Mugele