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Startseite > Rückblicke 2019 > 12.-15.06.2019 Senioren-Jahresfahrt ins Allgäu
12. - 15. Juni 2019

Mehrtagesfahrt der Senioren

"Natur und Kultur im Allgäu"

1. Tag - Anreise

Es ist kein schöner Reisebeginn. Wolkenverhangen, grau der Himmel, es regnet und von den Dächer der Ladenzeile entlang der Bushaltestellen läuft  das Wasser in Strömen auf Berufsgänger und Reiseteilnehmer herunter.

Der Reisebus kommt und es kann nicht schnell genug gehen, daß unser geschätzter Buslenker Walter von der Fa. Hassler die Koffer ins Trockene verstauen kann. Dann schnell in den Bus hinein wo es  heftige Turbulenzen gibt bis alle den zugewiesenen Platz eingenommen haben. Selbst Walter hat nach der Abfahrt einige nicht vorgesehene Fahrtrichtungen vorzunehmen bis er dann richtig auf "Autobahn-Strecke"  in Richtung Ulm kommt. Irmi Tauscher begrüßt ganz herzlich die Reiseteilnehmer und stimmt auf die Reise ein.

Natürlich ist das Wetter immerwieder im Gespräch, aber oh Wunder, nach der Raststätte Leipheim, dann  hin in Richtung  Günzburg, auf der Barockstraße zum ersten Besichtigung-Halt, dem Kloster Wettenhausen, wird das Wetter lichter, schöner und vor allem trocken.

Das Kloster Wettenhausen wird erstmals 1 130 erwähnt und ist ein Dominikanerinnen-Kloster "Mariä Himmelfahrt". Es wird  1803 während der Säkularisation aufgelöst. 1864 erfolgt eine Neugründung. Die große Gebäudeanlage besitzt eine im 17.Jh. dunkel wirkende und in Hochbarock gestaltete Kirche. Die angrenzenden landwirtschaftlichen Gebäude sind in keinem guten Zustand und es bedarf einiger Finanzmittel wenn man wie gesagt wird alles von einem privaten Investor übernommen werden soll.

Wir kommen zum Kloster Roggenburg. Das Chorherrenstift des Prämonstratenser-Ordens, ist Anfang des 12.Jh. gegründet worden und wird 1482 erstmals urkundlich erwähnt. Seit mehr als 800 Jahren wirkt hier die Glaubensgemeinschaft und hat den Sprung  ins 21.Jahrhundert geschafft. Nach der Restaurierung der gesamten Anlage erstrahlt das Chorherrenstift in neuem Glanz. In den Gebäuden ist ein Bildungszentrum eingerichtet mit vielfältiger Verwendung. Herrlich die im Rokokostil gestaltete Kirche. Licht, hell, strahlend der Raum, mit gewaltigem Orgelprospeckt.  Orgelkonzerte, durch  wunderbare Akkustik des Kirchenraums unterstützt, sind bekannt. Im Innenhof der Anlage befindet sich auch das Kloster-Resturant. In modern gestalteten Räumen haben wir dann Mittagsrast. Das bestellte Essen mundet.

Nach guter Einkehr ist Gelegenheit zum Roggenburger Klostersee zu wandern. Still ruht der See inmitten der grünen Wald-und Wiesenflur. Einige Schwäne beleben den See und wieder hinauskommend auf weite Wiesenflächen kommen ins Blickfeld und  zum Abschied die beiden Türme  der KlosterKirche.  Wir erreichen den Reisebus welcher uns dann über die A 96 ins hügelige Allgäuer Voralpenland, hin nach Leutkirch-Süd und weiter nach Isny-Bolsternang unserem Zielort und Standquartier Hotel und Restaurant "Zum Schwarzen Grat" bringt und wo wir bereits erwartet werden. Der Landgasthof, Mittelpunkt des Orts, ist nach dem markantesten Berg der Region benannt, dem 1.118m hohen "Schwarzen Grat" und wird von der Familie Schreier geführt.

Das Wetter ist schön geworden, ein schmackhaftes gutes Abendessen beschließt den ersten Reisetag. Müde,  erwartungsvoll und zuversichtlich betreffs Wetter schläft man dann dem von Irmi Tauscher angekündigten 2. Reisetag mit dem Besuch der Breitachklamm bei Oberstdorf, entgegen.

Gute Nacht!

2. Tag - Breitachklamm

Es wurde Nacht, es wurde Morgen. der 2. Reisetag ist da. Ein Blick aus dem Fenster: Das Wetter wird gut!

Ein reichhaltiges Frühstücksbüffett erwartet die Wanderfreunde. Heute steht die Breitachklamm bei Oberstdorf auf dem Tagesprogramm.

Wir fahren aus dem abseits der touristischen Durchgangsstraßen gelegenen Ort Bolsternang hinaus, kommen nach Missen und weiter zum Verkehrsknotenpunkt Immenstadt. Unterwegs vermittelt Norbert Tauscher den Wanderfreunden sein unerschöpfliches Wissen an Landschaftsnamen. Der Alpsee bei Immenstadt kommt in Sicht. Entlang des Immenstädter Mittagsberg, dunkles bis hoch hinauf bewaldetes Bergmassiv, kommen wir dann zur Hauptstraße nach Oberstdorf. Das Tal weitet sich und gibt den Blick frei zur am Horizont gelegenen Bergkulisse. Begeistert zeigt uns Norbert auch hier die Namen der in der Nähe und Ferne gelegenen Berge auf. Am Taleingang der Grünten, die Sonnenköpfe bei Sonthofen und dort der Blick hin zum Tannheimer Tal mit Iseler und Gaishorn, Da ist das Rubihorn, darüber die Bergkette von Entschenkopf und Nebelhorn. Bei Fischen die Hörnergruppe und weit hinten im Tal die Mädelegabel, die Trettachspitze, der Hochvogel und überall liegt noch Schnee. Die Wanderfreunde sind begeistert. Wir erreichen den Eingangsbereich zur Breitachklamm. Jeder hat genügend Zeit dieses Naturdenkmal zu begehen. Zum festgelegten Zeitpunkt hat man wieder beim Bus zur Heimfahrt zu sein.

Auf guten und gesicherten Wegen kann die Breitachklamm begangen werden. Durch viel Regen der vergangenen Tage führt die Klamm viel Wasser. Zunächst geht der Weg an einem fast normalen Bach entlang. Doch hier schon spürt man die Kraft des Wassers das aus den tiefen verkeilten Schluchten mit ausgeschliffenen Mulden kommt, welche das Wasser über Jahrzehnte mit enormer Kraft ausgewaschen hat. Der Blick vom manchmal mit Felsüberhängen engen Steig hinunter in die Tiefe mit tosenden Wassermassen ist faszinierend, überwältigend. Der Blick nach oben mit eingekeilten Gesteinsmassen, Überhängen, Gesteinsformen wie z.B. der Indianerkopf sind nicht minder beeindruckend. Die Klamm ist ein Naturerlebnis. Es ist neben der Höllentalklamm bei Berchtesgaden die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. Sie entstand im Laufe der letzten 10 000 Jahre nach der Würm-Eiszeit. Auf einer Lange von 2,5 km und einer Tiefe von 130 m hat die Klamm sich ins Gestein gegraben. Stetig ansteigender Weg führt dann zum Ausgang der Klamm. Dort kann noch der sogenannte Zwingsteg begangen werden. Ein Weg führt gemütlich und erholsam jetzt am breiten Bachbette vorbei, dann zur Höhe bis zur Walserschanze. Dort geht dann der Blick frei hinein ins Kleine Walsertal hin zum Felsmassiv Hoher Ifen und Widderstein. Beim Rückweg, wieder durch die Breitachklamm, bekommt man dann ganz neue Eindrücke von dem grandiosen Naturdenkmal.

Die Wanderfreunde haben, jeder auf seine Art, einen herrlichen, beeindruckenden Tag erlebt.

Bei der Heimfahrt war ein kurzer Besuch am Alpsee bei Immenstadt gewünscht. Über kleine enge Straßen musste unser Walter nach Parkplatz suchen. Es war nicht möglich, doch die Wanderfreunde wurden mit einer schönen Landschaftsfahrt in Richtung Oberstaufen entschädigt. Am breiten Tal liegen die Salmaser Höhen, der Denneberg und das Hündle und weiter die schön geformte Voralpenlandschaft mit Hügeln, Wald, Wiesen und schönen aber einsam gelegenen Allgäuer Bauernhöfen.

Bei leckerem Abendessen und kühlen Getränken machen die Erlebnisse des Tages nochmals die Runde.

Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende

3. Tag - Ofterschwanger Horn

Glockenklang vom nahen Kirchturm und Glockenton von weidenden Kühen weckt uns.

Der 3. Reisetag ist angebrochen. Wieder ist sonniges Wetter. Was haben wir doch ein Glück nach regnerischen kühlen Tagen. Heute will man zum Ofterschwanger Horn wandern zuerst aber mit dem "Weltcup Express", einem 4 sitzigen Lift, hinauf zum eigentlichen Panorama-Weg, um auf den Gipfel zu kommen. Bei der Auffahrt hat man guten Einblick in die Skiabfahrtsstrecke des Weltcups und welche mit einer weiteren großen Liftanlage versehen ist. Oben weitet sich der Blick und die Wanderer werden von einer Herde grasender und ruhender Kühe mit Glockengeläut empfangen. Wieder wird ein entsprechender Zeitpunkt zur Liftabfahrt am Nachmittag angesagt.

So kann jeder den Wandertag gestalten wie er möchte. Ein großer Teil geht gemeinsam zum Panorama-Weg. Es ist schönes Wandern zum Ofterschwanger Horn. Weit reicht der Blick in die umliegende Bergwelt wie man sie auch in den vergangenen Tagen hat wahrnehmen können. Auch zum Anstieg zum Gipfel mit 1406 m machen sich einige Mutige auf den Weg und haben ringsum neue Ausblicke. Jetzt hinüber zur Nagelfluhkette mit Hochgrat, Stuiben, Steineberg, Mittag. Haben Blick hinunter ins Gunzesrieder Tal und weiter zum Sigiswanger Horn, zum Rangenwanger Horn alle mit etwa 15-1600 m. Einige Wanderer sind auf dem Panoramaweg weiter zur Fahrenegger Alm gegangen, machten Einkehr und Rast bei kühlem Buttermilch-Getränk. Wieder andere sind dann auf dem Panoramaweg zurück zur Liftstation gegangen. Unterwegs, am Weg liegenden großen Wiesenflächen, entdeckt man viele Blumenarten. Im feuchten Grund viele gelbblühende Trollblumen, rosarot die Zwergprimel und Wiesenraute, Blutwurz, Fettkraut, kleine gelbe Veilchen, Flecken von Vergissmeinnicht, Fingerkraut, die Teufelskralle. Ein Eldorado für Blumenfreunde. Man erreicht dann auf bequemen Weg wieder die Bergstation und etwas unterhalb das Hüttenrestaurant Weltcup-Express. Hier ruht am sich möglichst am schattigen Platz aus. Geniest Kaffee und Kuchen, kühles Getränk. Einige wenige sind bereits auf dem Weg ins Tal, während der Rest der Wanderfreunde wieder mit der Sesselbahn ins Tal kommt. Alle treffen sich beim Bus welcher uns nach einem herrlich sonnigen schönen Wandertag, eindrucksvoll und erlebnisreich, voller Zufriedenheit, wieder zum Standquartier nach Bolsternang bringt.

Nach einem guten Abendessen gibt es noch Gelegenheit auf der Sonnenterrasse des Hauses die vielen Wandereindrücke der vergangenen Tage zusammen mit den Wanderfreunden Revue passieren zu lassen.

Danach ist Kofferpacken angesagt, denn am anderen Tag muss man von gastlicher Stätte Abschied zu nehmen.

4. Tag - Naturschutzgebiet Staudacher Weiher und Heimreise

Der 4. Reisetag und Heimkehr ist da. Die Koffer sind gepackt und im Reisebus verladen. Heute müssen wir Abschied nehmen. Einmal von unserer schönen und guten Unterkunft, dem reichhaltigen Frühstücksbuffett, den schmackhaften Abendmahlzeiten, dem netten Personal, und dann bei Frau Streicher, welche uns in Ihrem gastfreundlichen Haus "Zum Schwarzen Grat" in Bolsternang aufgenommen hat. Ein herzliches Danke.

 

Heute will man auf der Heimreise noch eine kleine Wanderung unternehmen. Von Bolsternang aus geht es hinaus ins Voralpenland. Nochmals geht der Blick zurück in die herrliche Alpenlandschaft. Nochmals genießen wir die umgebende Landschaft. Später beim Ort Eglofs erreichen wir nochmals ein Naturidyll, in weiten landwirtschaftlichen Wiesenflächen, ein Moorbad. Von dort aus wollen wir in 2 Gruppen noch eine kleine Wanderung im dort bestehenden Naturschutzgebiet unternehmen. Dem Moorbad, welches auch zum Baden einlädt, entlang kommt man über Felder und Wiesen zum Oberen und Unteren Staudacher Weiher. Teilweise verlandet, mit Schilf und Büschen verdeckt ist es ein ruhiger Ort für die Vogelwelt und im See wird Fischzucht betrieben. Schön gelb und rot blühende Seerosenfelder sind auf der Wasserfläche zu sehen. Später trennen sich die Wanderfreunde, die einen zurück zum Reisebus, die anderen gehen weiter. Jetzt durch weite Wiesenfelder auf denen teilweise Heu eingeführt wird. Man kommt über ein kleines Waldgebiet zum "Aphorismen- und Zitate-Wanderweg Saint-Exupery". Antoine Saint-Exupery ist Autor von der Geschichte des "Kleinen Prinzen". Der Weg endet in Argenbühl-Eisenharz. Dort treffen sich alle Wanderfreunde im Landgasthaus Krone zur letzten Einkehr. Die bestellte Mahlzeit und Trinken munden. Doch bald ist Heimfahrt angesagt. 4 wunderbare, erlebnisreiche, unvergessliche Reisetage sind vorüber. Und was haben wir Glück mit dem Wetter gehabt.

 

Guter Brauch und Sitte ist es Dank zu sagen. Dank dem ganzen Team welche diese Tage mitgestaltet haben. Allen voran Irmi und Norbert Tauscher, welche die Reise bis ins kleinste Detail vorbereitet und durchgeführt haben. Irmi mit unendlicher Geduld besorgt um die täglichen Abläufe, Norbert mit seinem großen Wissen an Landschaftsnamen, Straßenführungen. Man spürt wie sorgfältig und viel persönlichem Einsatz solche Tage geplant und durchgeführt sind um auch diese Jahresfahrt ins Allgäu zu aller Zufriedenheit, zu einem besonderen Erlebnis zu machen.

 

Dank auch unserem geschätzten Buslenker Walter. Was hat der Mann für eine Geduld alle Wünsche der Reisegemeinschaft zu erfüllen. Mit seinem Arbeitsgerät "Bus“ hat er uns sicher über alle Arten von Straßen gefahren. Mit Witz und Humor und auch Wissen über die durchfahrene Landschaft hat er sich gesorgt. Danke für diese Leistung.

 

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel: Wer die Entzifferung, den Text, der im Bild gezeigten Schrifttafel mir zuerst mitteilt, bekommt ein kleines Geschenk von mir.

 

Text:   Wolfgang Staudenmayer

Fotos: Wolfgang Staudenmayer

 

 

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