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"Von Murrhardt zur Hörschbachschlucht und zurück" vom 11. August 2013

 

Murrhardt, in breiter Talsenke liegend, im Herzen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes, war Ausgangspunkt des Wandertages. Wanderführer Günter König hatte sich vorgenommen, die schon einmal vom leider verstorbenen Freund Klaus Ollig vorbereitete Wanderung zur Hörschbachschlucht wieder ins Wanderprogramm aufzunehmen. Auf dem Marktplatz von Murrhardt konnte er eine stattliche Zahl interessierter Wanderfreunde und Gäste begrüßen und wünschte einen schönen Wandertag, musste allerdings auch auf die eventuell schlechten Wegverhältnisse in der urwaldartigen Schlucht aufmerksam machen. Dann ging es aus Murrhardt durch die Parkanlagen des ehemaligen Klosters hinaus, an Waldfriedhof und Walterichskirche vorbei und hinauf in Richtung Waltersberg. Das Wanderzeichen, eine 1 auf rotem Grund, gab die Richtung an. Noch hat man schönen Blick hinunter zur Stadt, doch bald geht es im Wald steil abwärts ins Hörschbachtal. Von dort aus ist auf schmalen Pfaden das Naturdenkmal Hörschbachschlucht erschlossen.

An riesigen Schilfsandsteinblöcken, welche vor Zeiten von der Schlucht herabstürzten, ist der Weg stellenweise durch vorangegangenes Regenwetter nass und matschig. Über Holzstege immer wieder den Bach überquerend, geht es aufwärts zum ersten hufeisenförmigen ausgewaschenen "Vorderen Wasserfall". In die urwaldartige Schlucht blickend wird der Weg zum unvergesslichen Erlebnis. Allerdings müssen die Schritte mit Bedacht, konzentriert und sicher gesetzt werden. Markante Felsbildungen, ausgewaschene geologische Aufschlüsse, werden sichtbar. Ein enges Tal mit ganz wenig Sonneneinfall, mit seitwärts steilen Hängen, teilweise abgerutscht und mit abgebrochenen Bäumen belegt, begleiten die Wanderer. Es ist sichtbar, dass das jetzt kleine Bächle mitunter zum reißenden Waldbach wird. Breite Kiesbänke zeigen dies. Auch liegt viel Treibholz im Bachbett und bildet Stauwasserflächen. Der weitgehend unbefestigte Naturpfad wird dann steiler. Der "Obere Wasserfall", der als Kaskade 12 Meter in die Tiefe stürzt, ist dann, auf und ab, hin und her, nach beschwerlichen Wegverhältnissen, erreicht. Ein letzter Teil der im Gänsemarsch aufsteigenden Wanderfreunde können den Wasserfall erleben. Ein am Ende der Schlucht angelegtes Staubecken lässt beim Öffnen einer Klappe das angestaute Wasser in die Tiefe stürzen. Ein grandioses Erlebnis. Wie dies wohl im Winter aussieht?

Oben am weiten Platz beim Staubecken, wird ausgiebig Rast gemacht. Wanderführer König lobt das umsichtige Gehen der Wanderfreunde, welche wie er, froh sind heil am Ende der Hörschbachschlucht zu sein und auch dankbar, dass ihnen dieses Naturerlebnis erschlossen wurde. Der Weg führt dann im Wald vollends hinauf auf die Höhe. Große Weideflächen um den Weiler Hörschhof kommen in den Blick. Nach kühler Schlucht wärmt jetzt die Sonne. Weiter geht es auf harter Waldstraße, ein langer ermüdender Hatsch, zur Hörschhofer Mühle und Gasthof "Wasserfall". Bei einer kurzen Rast wird zum Gruppenfoto gerufen. Gehen wir jetzt weiter zum Felsenmeer? Dies soll ein weiteres eindrucksvolles Highlight sein!

Nein, entlang des Hoblersbergs wandernd geht dann ein schmaler Pfad tief hinunter in die Franzensklinge und dann auf Naturpfaden entlang eines Bachs. Die Wanderstiefel sind wieder schmutzig geworden. Die ersten Häuser von Murrhardt sind erreicht. Der letzte Weg vorbei am Klostersee und entlang der gepflegten Parkanlage ist direkt erholsam nach dem teilweise beschwerlichen Wandertag. Die Einkehr im Gasthof "Engel" bei schmackhaftem Essen und Durststillung ist schöner gemeinschaftlicher Abschluss. Ein herzliches Danke dem Wanderführer Günter König und seiner Begleitung Ursula, welche als Schlussfrau ihren Günter unterstützte. Umsichtig wurde die Wandergruppe geführt und ein Teil unserer erlebnisreichen näheren Heimat wurde den Wanderfreunden vermittelt. Vielleicht geht es im neuen Jahr dann zum Felsenmeer? Zufrieden kehrt man nach Ludwigsburg zurück. Zum Schluss sei noch erwähnt: Murrhardt ist immer ein Besuch wert. Die reizvolle Altstadt ist von schönen Fachwerkhäusern geprägt. Die spätromanische Walterichskapelle und Walterichskirche am Berg sind historisch geschichtliche Kleinode und sehenswert. Ebenso die gotische Stadtkirche. Wohltuend und erholsam die weite schöne Parklandschaft. Beachtliche Künstler, wie z.B. den Tiermaler Heinrich von Zügel, haben Murrhardt beherbergt. Da ist noch das Stadtmuseum und das Naturparkzentrum. Die Villa Franck hoch oben am Berg mit den Stuttgarter Salonikern. Der Limesweg in der Nähe. Noch vieles mehr wäre zu entdecken.

 

Text: Wolfgang Staudenmayer

Fotos: Hans Stöhr