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Schwäb. Albverein e.V.

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Herbstausfahrt "Insel Rügen"

 Rückblick auf die Ausfahrt nach Rügen vom 30.9. – 3.10.2013

 … erwartungsfrohe Albvereinler machten sich frühmorgens mit Werner Brekle und Peter Mugele auf den Weg nach Rügen. Der Weg war weit – sehr weit. Das konnten wir bei unserer Ankunft auf der Insel aufseufzend feststellen, als wir in Breege mit steifen Knien aus dem Bus stiegen. „Jetzt sind wir ja gleich da“, dachten wir, als wir über die neue Brücke von Stralsund fuhren, aber weit gefehlt: Es dauerte noch eine ganze Stunde bis wir über die Schaabe, die langgezogene Verbindung zwischen den Halbinseln Jasmund und Wittow unser Ziel, das Seebad Breege/Juliusruh erreichten Zehn Minuten vor Ablauf der Tagesarbeitszeit unseres Busfahrers kamen wir beim „Hotel am Wasser“ an und nahmen Quartier.

Am nächsten Morgen gab uns Werner mit Hilfe einer großen Landkarte einen Überblick über die geplanten Wanderungen der nächsten Tage und dann ging es auch gleich los Richtung Strand. Nach wenigen Kilometern lag sie vor uns, die Ostsee. Majestätisch im Sonnenschein bei leichtem Wind, dazu der unvergleichliche Geruch nach Salz und Tang – wir atmeten tief ein und vergaßen die Busfahrt! Wir wanderten am Wellensaum entlang Richtung Kap Arkona und suchten dabei eifrig nach „Hühnergöttern“, den Steinen, die von der Kraft des Wassers durchbohrt worden waren. Leider waren sie sehr schwer zu finden. Schließlich stiegen wir den steilen sandigen Hang zum Hochufer hinauf und machten eine erste Pause am Steingrab Nobbin. Riesige Findlinge türmten sich an dieser eiszeitlichen Grabstätte.

Unser nächstes Ziel war das malerische Fischerdörfchen Vitt, das wir aber erst mit Verspätung erreichten, denn kurz davor war ein Stand mit Sanddorngetränken aufgebaut. So ein heißer Sanddornsaft ist eine wahre Köstlichkeit und bringt verbrauchte Energie sofort zurück! Aber dann hinunter nach Vitt, wo wir das erste Matjesbrötchen unseres Urlaubs genossen. Dabei saßen wir auf den großen Felsblöcken am Strand in der Sonne und blickten auf die rauschenden Wellen der Ostsee – ein Traum. Fast fiel uns der Aufbruch schwer, aber wir wollten ja noch zum nördlichsten Punkt Rügens, dem berühmten Kap Arkona. Der Weg führte vorbei an zahlreichen reichtragenden Sanddornbüschen, die in der Sonne herbstlich-golden leuchteten. „Wie schmecken die eigentlich so direkt vom Strauch“? Na ja, ehrlich gesagt ziemlich herb und sauer! Zwei Leuchttürme sind hier zu bestaunen. Der heute älteste Leuchtturm an der Ostsee wurde 1827 von Karl-Friedrich Schinkel erbaut. In der nahen Gartenwirtschaft gab es Kaffee und auch weitere Fischbrötchen – wir ließen es uns schon wieder gut gehen. Auf der Rückfahrt besuchten wir noch die Backsteinkirche von Altenkirchen aus der Zeit um 1200, eine kleine romanische Basilika, eine der vielen Kirchen, die es auf Rügen gibt. „Jetzt aber schnell vollends hoim, sonsch komme mir zu spät zom Nachtessa“! Na ja, das wollte doch keiner.

Am nächsten Morgen leichter Nieselregen – schade. Heute war die Kreideküste mit ihren schönen Buchenwäldern unser Ziel. Am Herthasee und am Wall der einstigen slawischen Herthaburg vorbei stiegen wir hinauf zur Viktoriasicht. Der Blick ging zu den weißen Kreidefelsen des Königstuhls und auf die Ostsee hinaus. Nun begann eine lange Wanderung durch den Wald, immer „am Trauf entlang“, hinab in tief eingeschnittene Täler und wieder hinauf zum nächsten Aussichtspunkt. Die Sonne wagte sich wieder hervor und brachte das bunte Herbstlaub zum Strahlen, das vor den weißen Felsen  besonders gut zur Geltung kam. Dann erreichten wir Sassnitz, den zweitgrößten Ort auf der Insel und das „Tor nach Skandinavien“, da hier die großen Fährschiffe ablegen. Zum Abschluss noch ein Fischbrötchen? Nein, heute gibt’s Kaffee und Sanddorntorte an der Uferpromenade!

Auf der Rückfahrt bewunderten wir die berühmten Rügener Alleen. Ein buntes Laubdach aus Eichen, Eschen und Ahornbäumen wölbte sich wie ein Tunnel über der Straße. Leider muss auch dem modernen Verkehr Rechnung getragen werden. Immer wieder fehlten einige Bäume in der Reihe, weil hier Ausweichbuchten für große Fahrzeuge (wie z.B. unseren Omnibus) gebraucht werden.

Der „Rasende Roland“ ist ein bekanntes Rügener Wahrzeichen. Damit muss man gefahren sein! Also fuhren wir mit dem Bus zum Ausgangsbahnhof Putbus und drehten dort noch schnell eine Runde über das Rondell des „Circus“. Weiße Häuser im klassizistischen Stil stehen rund um den Platz und prägen das Bild des Städtchens, das 1810 von Fürst Malte von Putbus als Residenzstadt gegründet wurde. Wir stiegen in das Bähnle und zuckelten mit der fauchenden, dampfenden Lokomotive nach Sellin. Die Sonne strahlte mal wieder und der Wind blies uns kräftig um die Ohren – wunderbares Ostsee-Wanderwetter. Wir kramten Mützen und Handschuhe hervor und dann ging es steil hinauf zum Hochufer, wo sich immer wieder Ausblicke auf die See boten. Hier oben war’s schon richtig stürmisch, so dass wir für unsere Vesperpause Deckung in einer Senke suchten.

Wir erreichten das Jagdschloss Granitz, das auf dem höchsten Hügel der Halbinsel Granitz thront. „Das ist doch nur ein leichter Wind heute“, grinste der Schlossführer, als er uns bibbern sah. Zur 38 m hohen Aussichtsplattform auf dem Schlossturm führte eine gusseiserne, mit reichen Ornamenten geschmückte Treppe. Oben eröffnete sich ein grandioses Panorama über weite Teile Rügens. Ein Abstecher auf die Seebrücke von Binz und eine Stippvisite bei den gigantischen Bauten von Prora beschlossen den Tag.

Einen abschließenden Höhepunkt unserer Ausfahrt bildete am letzten Tag die Schiffsfahrt nach Hiddensee. Warm eingepackt konnte man an Deck in der Sonne sitzen und die Landschaft genießen. Manch einer hat sich sogar einen Sonnenbrand auf der Nase geholt. Mit der Pferdekutsche ging es mit 2 PS über die Insel und eine kleine Wanderung führte uns zum Leuchtturm von Hiddensee und zurück nach Vitte. Zum Besuch des Gerhart-Hauptmann-Hauses reichte leider die Zeit nicht mehr. Und was gab’s nochmal zum Abschied? Keine Frage, Fischbrötchen natürlich, die schmecken in Ludwigsburg einfach nicht so gut.

Nach dem Abendessen erwartete uns eine Überraschung. Zwei gestandene Mannen nahmen uns stimmgewaltig und mit Akkordeonbegleitung mit auf eine musikalische Seereise um die Welt. Wir sangen kräftig all die Seemannslieder mit und seither wissen wir genau, was Matrosen lieben: Am liebsten Rum, fallera …!

Es war eine gelungene Reise an die Ostsee mit vielen neuen Eindrücken und vielen kulinarischen Genüssen und sie war zu unserer Freude auch von Petrus wohlwollend begleitet worden. Mit herzlichen Worten bedankte sich Jutta im Namen aller Teilnehmer bei Werner und Peter für die wunderschönen Wandertage.

Bericht: Christa Mugele