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Startseite > Rückblicke 2016 > 16.03.2016 Zu den Waldensern

Zu den Waldensern

führte am 16. März 2016 Irmi und Norbert Tauscher,

wie Christa und Axel Brielmaier

die Seniorengruppe des Schwäb. Alvereins der Ortsgruppe Ludwigsburg

Wie schön, der Wanderreisebus steht schon bereit und man kann bei dem kalten windigem Wetter gleich einsteigen und sich etwas aufwärmen. Die Fahrt geht über die Autobahn zum im Strohgäu gelegenen Ort Rutesheim und weiter zum Ortsteil Silberberg. Nach der Begrüßung im Bus hat Norbert unterwegs den Ablauf des Wandernachmittags vorgestellt und auch über den Leidensweg und die Geschichte der Glaubensgemeinschaft "Waldenser" berichtet. Das Tagesziel ist ja der Ort "Perouse", welcher ein Teil der Orte ist in denen die Waldenser dann endlich im Jahr 1699-1701 in Württemberg Aufnahme und neue Heimat gefunden haben. Orte wie Groß-und Kleinvillars, Pinache, Serres, Schönenberg mit seinem Waldensermuseum, zeugen u.a. noch davon. Die beiden Wandergruppen, länger und kürzer, machen sich dann von Silberberg aus auf den Weg hinein ins Wasserbachtal. Ein wunderschönes weitläufiges Tal mit Bachlauf, Wiesen und Hecken und umgebenden Wald. Das Wetter ist sonnig geworden und so ist es erholsames Wandern. Einfach schön! Beim aufgestauten Wasserlauf geht es dann in den Hardtwald. Der lichte, hochstämmige Mischwald zeigt sich aber noch grau und gar nicht frühlingshaft. Viel geschlagenes Holz und Gestrüpp bedeckt den Waldboden, doch sind an Buchenzweigen bereits kleine grüne Knospen zu sehen und es ist zu hoffen, daß wir den Lenz bald begrüßen können. Durch die Hardt-Allee aufwärts, eine breite neu angelegte Waldstraße, kommt man dann später aus dem Wald auf die Hochebene. Dort inmitten der umgebenden Natur, total ungewohnt, der Blick zum hochaufragenden modernen Verwaltungsgebäude der Firma Bosch, welche dort auf einem ehemaligen Flugplatzgelände ein Zentrum für Forschung-und Vorausentwicklung entstehen läßt. Im Jahr 1936 wurde auf dem Gelände von der Luftwaffe ein Notlandeplatz eingerichtet. Im Zweiten Weltkrieg als Flugplatz genutzt, wurden dann später die Unterkünfte für Krigsgefangene umfunkioniert, welche in dem umgebenden landwirtschaftlich genutzten Gebiet eingesetzt wurden. Nach 1945 wurde es Unterkunft für Heimatvertriebene. Diese wurden dann immer wieder in die umliegenden Orte verteilt, um weiteren neuen Vertriebenen Platz zu machen. Dies war bestimmt ein Szenario etwa vergleichbar mit dem heutigen Flüchtlingsproblem. Wieder im Wald unterwegs kommt auf einem Parkplatz unser Bus in Sicht, welcher auf die kleine Gruppe der Spaziergänger und die Kurzwanderer wartet. Am Weg ist ein Gedenkstein "Hoffnung" errichtet, welcher an die Zustände im Lager der Gefangenen auf dem ehemaligen Flugplatzgelände erinnern soll. Es wird Rast gemacht, denn die Langwanderer müssen schon noch eine Stunde weiter gehen. Vor uns liegt das Tiefental und wir werden jetzt aufmerksam, wie weit und groß das landwirtschaftlich genutzte Land sich vor uns ausbreitet. Am "Hirschlauf", im Wald weiter, müssen wir dann noch eine Strecke auf steinigem Waldweg aufwärts zu einer weiteren Hochfläche wandern. Hier wird nochmals das große landwirtschaftlich genutzt Land sichtbar. In tiefer weichen Mulde liegen Äcker, Wiesen, Baumgruppen. Das Gewann wird, weil es Waldenser Land ist und ursprünglich Frankreich das eigentliche Heimatland war, heute "Grand Ordon" genannt. Am sonnigen Waldrand entlang, dann durch Felder aufwärts, kommen wir zu einer weiteren Hochebene. Hier dann Weitblick zu in der Ferne liegenden Ausläufern des Schwarzwaldes und überall Felder und Wälder. Hier auch sichtbar, wie in sanften Wellen sich die Landschaftzeigt, denn ganz in der Nähe eingeschmiegt in einer weiteren Talmulde liegt die Gemeinde Perouse. Im Jahr 1699 entstand Perouse durch den Zuzug von 71 Waldenser-Familien. Noch erinnern heutige Familiennamen an die Herkunft der ursprünglichen Bewohner. Am Ortsrand beim Sportgelände wird dann im Sportheim eingekehrt. Jetzt ist die ganze Seniorengruppe wieder zusammen und alle sind begeistert vom sonnigen Wandernachmittag in wunderschöner Landschaft weit ab vom Getriebe unserer Städte. Strahlend geht die Sonne hinter Waldwipfeln unter und auch wir müssen Abschied nehmen von gastlicher Stätte. Zum Schluß ist den Wanderführern ein herzliches Danke zu sagen für den von Ihnen in bewährter Weise vorbereiteten und durchgeführten Wandernachmittag. Zufrieden kehren wir heim. Die Wanderung ist wert einmal im Frühling, wenn alles grünt und blüht, zu gehen.

Bericht: Wolfgang Staudenmayer

Bilder : Irmgard Roller und W.Sta.