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Schwäb. Albverein e.V.

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Peter Mugele

 

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Herbstausfahrt nach Oberhof

im Thüringer Wald.

 

 

Wenn auch mit Verspätung, die Herbstausfahrt der Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb..Albvereins ist es einfach Wert um darüber zu berichten.

 

Besondere Umstände machten es nötig, daß die letzten organisatorischen Dinge für diese Ausfahrt kurzfristig von Peter Rosenow übernommen wurden. Wanderführer waren Günter König und Frau Ursula Bleil in bewährter Weise eingesetzt und verantwortlich und welche auch diese Ausfahrt angeregt hatten.

 

Deshalb den Organisatoren gleich zu Beginn ein herzliches Danke. Umsichtig und mit viel Geschick waren die Tage von den Verantwortlichen vorbereitet und durchgeführt worden, ist es ja nicht immer leicht eine große Schar von Wanderfreunden und Gästen mit ihren speziellen Erwartungen, zufrieden zu stellen. Peter, Günter, Ursula, Ihr habt die Wandertage zu aller Zufriedenheit durchgeführt und sie werden in guter Erinnerung bleiben. Danke.

 

1/ Nach guter Fahrt mit dem Reisebus der Fa. Zügel, mit einem zünftigen Vesper-Zwischenaufenthalt, ist man im gebuchten Quartier, dem "Hotel Thüringer Schanze und Gasthof zum Bergvagabund", im bekannten "Skizentrum Oberhof im Thüringer Wald", angekommen. Man hat die Zimmer bezogen, sich frisch gemacht und hat sich zu gegebener Zeit bereits zur ersten Wanderung mit Ziel "Rennsteig-Garten" und "Grenzadler" beim Skizentrum Oberhof, zusammengefunden. Aus der Wintertouristenstadt hinaus geht es in die weiten Waldflächen um Oberhof hinein und kommt zum Rennsteig-Garten. Er ist Deutschlands größter Alpengarten. Zirka 4000 Pflanzenarten, aus fast allen Kontinenten, sind auf dem 7 Ha großen, wunderbar gepflegten und gestalteten Gebiet um den 868 m hohen Pfannentalkopf gepflanzt. Der Garten bietet zu den entsprechenden Jahreszeiten einen einzigartigen Blumenflor. Leider sind wir hier etwas zu spät gekommen, trotzdem genießen wir die wunderbar angelegte Gartenanlage, die erholsame Ruhe, die Vielfalt des Gartens. Der Weg zum Grenzadler führt uns dann aufwärts durch Wald. Auf der Höhe angekommen weitet sich der Blick auf die riesigen Ski-Sportanlagen von Oberhof., welche wir dann zu einem späteren Zeitpunkt erwandern wollen. Es wird Zeit zum Nachtessen zu kommen und legen uns dann bald, auch recht müde nach dem langen und schon erlebnisreichen Tag, zur Ruhe

 

2/ Der neue Tag beginnt. Ein reichhaltiges Frühstücksbufett lädt ein. Heute steht zunächst Kultur auf dem Programm, Nachmittags kommen dann die Schleckermäuler nicht zu kurz. Wir fahren nach "Schmalkalden". Vorbei an der Skisprungschanze im Kanzlergrund, Trockenspringer sind bereits am Üben, geht es durch weite Waldflächen kurvenreich zu Tal und dann hinaus in die weite Thüringer Landschaft. In Schmalkalden besuchen wir "Schloß Wilhelmsburg". Zwischen 1585 und 1590 erbaut, gelangt man über breite Treppen-und Gartenanlagen zum weit sichtbar angelegten Schloß hinauf. Am Torturm vorbei, durch breite Portale, geht es in den Innenhof. Die ganze Schloßanlage ist eine Perle unter den Renaissance-Schlössern in Deutschland. In den Schloßräumen beeindruckend die mit Malerei reich versehenen Tür-und Fensterleibungen, schöne Holzböden, alte Kachelöfen,prächtige Stuckdecken, eine lichtdurchflutete Schloßkirche. Wer Geschichte liebt kann sich in besonderen Räumen orientieren. Einfach sehenswert. Ein Gang durch die Stadt bringt uns die Vielfalt an wunderbat renovierten Fachwerkhäusern nahe. Die gotische St. Georgskirche mit besonderen Kreuzrippengewölben ist eine Besonderheit. Ein neuer moderner Orgelprospekt, seitenversetzt, gibt den Blick frei zu einem schönen Glasfenster an der Eingangsfassade. In der Kirche hat einst Luther gepredigt als er beim Schmalkaldener Fürstentreffen in der Stadt weilte. Das Lutherhaus ist eines der eindrucksvollen Fachwerkhäuser am Topfermarkt. Vieles wäre noch zu erkunden.Unser Weg geht dann aber durchs ehemalige Gartenschaugelände zum im Außenbereich der Stadt liegenden"Nougat-Welt, zu süßen Genüssen und Verführungen. Man hat genügend Zeit im weiten Rund des neuzeitlich erbauten Gebäudes in Form einer Praline, der Herstellung von Nougat bis hin zur Verpackung, zuzuschauen, beim Rundgang diese oder jene Süssigkeit zu verkosten und natürlich das verlockend reichhaltige Verkaufsangebot anzuschauen und einzukaufen. Zeit auch sich Kaffee und Kuchen oder einen Eisbecher, schmecken zu lassen. Dann ist ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

 

3/ Es war Abend, es wurde Morgen. Heute hat Günter und Ursula eine ca. 3,5 Std.-Wanderung von Oberhof zur "Ohratalsperre" vorbereitet und gegen Mittag wieder ein Kulturangebot, das "Technik-Museum Tobiashammer", welches besucht und besichtigt wird auf seinem Programm. Bei gutem Wetter machen sich die meisten Wanderfreunde von Oberhof aus auf den Weg. Fast immer im Wald, Sonnenschein, Waldesruhe, frische Luft, Gespräche miteinander, ist es ein fast erholsames Gehen. Es geht auf guten Pfaden ins Tal hinab. Schöner Hochwald wird teilweise unterbrochen mit Flächen von Porstschäden und Windbruch. Man kommt gut voran und macht bei der "Lütsche-Talsperre",eine der vielen Talsperren in diesem Landschaftsgebiet, eine Trink-und Vesperpause. Leider wird das Wetter trübe. Regenwolken kommen auf. Auf einem Waldparkplatz wird der Bus erwartet. Er bringt uns zum Technikmuseum. Es hat sich eingeregnet und zeitlich gesehen hat man so die Ohratalsperre nicht mehr erwandert, denn im Tobiashammer ist eine Führung bestellt. Um die ehemalige Hammerschmiede ist ein weiter Park mit Wiesen und alten Bäumen angelegt. Dort stehen teilweise schöne Kunstwerke aus Stahl und Eisen, welche bei jährlichen Kunstwochen dort erarbeitet werden. Dann sind wir in der dunklen ehemaligen Hammerschmiede. Ringsum alte Maschinen, Werkzeug, Schmiedherde,, Staub. Riesige Schmiedehämmer können noch mit Mühlrad-Antrieb in Gang gesetzt werden. Ein Höllenlärm wenn sich alles bewegt und arbeitet. So auch eine alte Walzmaschine, welche sich mit einem großen eisernen Rad über großes Zahnradgetriebe in Gang setzt und einst feinstes Bronce-Blech ausgewalzt hat. Alles wird anschaulich erklärt und erläutert. Toll, in eigener Halle, die A nsicht einer der größten Dampfmaschinen Europas zu sehen. Ein Ungetüm an Maschine, Mächtig in seinen Ausmaßen. Ebenso in anderem Haus weitere riesige Kraftmaschinen, noch nie gesehen, kollosal in ihrer Wirkung. Ein eindrucksvoller Kultur - und Wandertag geht zu Ende. Die Fahrt vom Tal hinauf ins Thüringer Waldgebiet um Oberhof bringt uns dann zu einem schmackhaften guten Nachtessen. Bier, Wein Wasser, munden, Gespräche dauern an. Müde geht es dann in die Heia.

 

4/ In der Nacht hat es geregnet, Dichter Nebel liegt am Morgen über der Waldlandschaft um Oberhorf. Trotzdem, das reichhaltige Frühstück muntert uns auf. Heute geht es zu den "historischen und neuen Ski-Sportanlagen " von Oberhof. Günter und Ursula führen uns auf neu angegtem Wanderweg zu den am Wadeberg liegenden Ski-Schanzen. Man kommt sich recht klein vor, wenn man neben den in breiter Waldschneise in Holz aufgebauten ehemaligen Absprungtürmen steht und der Blick wird lang und länger bis hinunter zum Auslauf der Anlage. Weiter im Wald kommt man dann zur alten Bobstrecke. Dort verlaufend sind jetzt noch die Steilkurven sichtbar und dabei tauchen Bilder der Erinnerung auf, wie Bobfahrer einst in rasender Geschwindigkeit über solche Kurven hinausgetragen wurden. Wir sind tief zu Tal gekommen, gehen dann auf breiter Straße, im Winter Rodelbahn, wieder aufwärts und kommen zur "Oberen Schweizerhütte" . Eine Gaststätte in der wir gemütliche Einkehr machen. Beim weiterwandern, stetig aufwärts, kommen wir jetzt in das weite Gebiet der neuen Sportanlagen von Oberhof.. Vor uns ein Lift hinauf zur steilen Ski-Abfahrtsstrecke. Daneben eine Bikerabfahrt. Schnell muß man ausweichen wenn die Biker mit Schwung zur Liftstation einkurven, das Rad am Lift aufhängen und selbst im Sessel schnell wieder hinauf zur nächsten Abfahrt wollen. Wir gehen der neuen Bobanlage entlang aufwärts. Man braucht bei dieser Jahreszeit viel Phantasie um sich die kuvenreiche Bobanlage im Winter vorzustellen. Jetzt steht das Bauwerk ganz nüchtern im Gelände, wettergeschützt, mit Metallplatten und Planen verdeckt und nur der Blick dahinter macht sichtbar wie schmal der Eiskanal ist und jedes Anecken bei der Abfahrt Zeitverlust bringt. Durch den nur vom Fernsehen gewohnten Winterblick auf die Bahn und seine Umgebung bekommt man jetzt eine realistische Anschauung der Ausmaße der Sportstätten. Auf Höhe angekommen hat man dann weiten Blick über die gesamte Sportanlage.Tief unten sichtbar die Schießanlage des Biathlonstadions. Vorstellbar, überall tiefer Schnee, wie beim Lauf die Sportler mit Schwung in die Anlage kommen, schießen und dann möglichst schnell wieder die Loipe unter die Skier bringen. Vor uns liegt die langgestreckte Ski-Sporthalle wo der aktive Sportler auch im Sommer trainieren kann, wie auch der Freizeitsportler einen Teil seiner Freizeit. Also Winter wann immer man will. Auf kleinem Aussichtsbalkon haben wir bei winterlichen Temperaturen einen kleinen Einblick in die Halle. Später dann, es hat begonnen zu regnen, es wird windig und kühl, macht sich ein Teil der Wanderer über den Grenzadler auf den Heimweg. Andere nehmen den Linienbus zur Heimfahrt.

 

5/ Heute erleben die Wanderer einen besonderen Tag. Es geht in die "Lutherstadt Eisenach", zur "Wartburg" und auf die Wanderung zur Drachen- und Landgrafenschlucht. Schöne Fahrt durch Thüringer Landschaft. Schon von weitem ist die Wartburg sichtbar, verschwindet hinter Hügeln, taucht wieder auf. Es ist sonniges Wetter und der Bus bringt uns nahe heran an die Burg Dann geht es über viele Treppen aufwärts zum Burgeingang der über eine Zugbrücke zu erreichen ist. Weit gestreckt liegt die der Sage nach 1067 errichtete Burg auf einem vorgelagertem Bergsporn. Einstens uneinnehmbar, heute von Besuchern gestürmt. Über zwei Innenhöfe kommt man zum eigentlichen Burghof mit freistehendem Südturm, und einer großen Zisterne. Dort auch der spätromanische Grafenbau (Palas) mit einer aus drei Stockwerken bestehnder Bogenfenster-Fassade. Es gibt Einsicht in ein vornehmes Badehaus für Ritter und bei der Führung durch den Grafenbau sind kunstvoll geschmückte Räume, wie z.B. das bunt glitzernde Mosaikzimmer oder der Sängersaal zu bestaunen. Schöne Steinmetzarbeiten an Säulenkapitellen sind zu bewundern. Haben dann Einblick in die fast unveränderte Lutherstube, wo der Reformator einst das Neue Testament, auch fürs Volk lesbar, ins Deutsche übersetzt hat. Zur festgesetzten Zeit geht es hinab nach Eisenach wo einige Freunde den Nachmittag verbringen wollen. Eine große Schar Wanderer macht sich aber auf den Weg zur Drachenschlucht. Sie ist eine der schönsten Naturdenkmale. Auf engem Weg, teilweise über Metallroste weil darunter ein Bach plätschert, geht man durch dicht nebeneinander aufragende Felswände. Fast unheimlich tiefe schwarze Einbuchten. Behausungen feuerspeiender Drachen? Feuchtes Grün überzieht die Steine, manchmal ist der Himmel kaum zu sehen. Eine wildromantische Schlucht welche man erlebt haben muß. Der grüne Wildwuchs an den seitlichen Hängen, manchmal sonnenbeschienen,, manchmal dunkel verwachsen, löst sich am Ende in einen Weg auf der über Holzbohlen und vielen Holztreppen aus der Schlucht hinauf zur Höhe zu einem Rastplatz führt. Ausschnaufen, ausruhen ist angesagt. Ein heißer Kaffee weckt die Lebensgeister.. Einige Wanderfreunde machen sich später auf den Weg zur Landgrafenschlucht nach Eisenach hinunter. Der Rest fährt mit dem Bus zur Stadt. Dort ist noch genügend Zeit die Stadt etwas zu erkunden. Da ist das neu renovierte Luther-Haus mit schönen Ausstellungsräumen. Auch ein Bach-Haus besteht, Ein Teil der ehemaligen Residenz, neu gerichtet, ist zu sehen, Naheliegend schöne Geschäft zum chopen einladend, ganz in der Nähe beim Marktplatz die St. Georgskirche in der einige Freunde Kirchenmusik hören konnten. Allmählich treffen sich alle, auch die Wanderer sind gut angekommen, um dann nach diesem erlebnisreichen, ausgefüllten und herrlich sonnigen Tag die Reise nach Oberhof zum Quartier zu kommen. Dort erwartet uns noch das selbst ausgewählte gute Nachtessen, mit eingeschlossen der Durst, schwätzen und lachen. Müde sind wir allerdings auch.

 

6/ Der letzte Wandertag ist da. Das Wetter läßt zu wünschen übrig. Es ist neblig, nasskalt und windig. Unbeirrt sammelt Günter und Ursula aber ihre willigen Wanderfreunde ein um in ca.4 Std. auf dem "Hauptkamm von Oberhof zur Stelle Beerburg, zur Schmücke und Schneekopf " zu wandern. Ein Teil der Freunde fährt aber mit dem Bus zum weit unter dem Schneekopf liegenden Parkplatz, um von dort bequemer zum Schneekopf zu kommen. Dazu gehört auch der Schreiber, denn das Arbeitsgerät Füße will nicht mehr so recht auf lange Touren. Auf schöner Waldstraße, welche auch als Naturlehrpfad ausgewiesen ist, geht es gemächlich stetig aufwärts. Bisweilen steht am Waldrand ein Schild mit dem Hinweis: "Biosphärenreservat". Hin und wieder unterichten Tafeln über Landschaft, Forstwirtschaft, Natur.. Lustig die vielen knorrigen Wurzelbaumstämme in welche Gesichter geschnitzt sind. Die breite,runde,kahle Bergkuppe des Schneekopf, 978m hoch, taucht auf. Darauf zunächst der alte Aussichtsturm mit wechselvoller Geschichte und weiter oben der neue Turm der den Berg jetzt auf 1000 m erhöht. Das Wetter ist so neblig, daß sich die Aussicht vom Turm nicht lohnt. Nicht mal die an der Aussenwand angebrachte Kletterwand macht Lust einzusteigen. Wir machen einen Rundweg um den Schneekopf,und da das Wetter immer ungemütlicher wird gehts schnell in die Schneekopfhütte zu wärmender Suppe und Jagertee. Langsam wird es auch Zeit daß unsere Wanderer auftauchen..Da sind sie ja schon. Sie sind noch recht nass geworden und froh ins Trockene zu kommen. Zur anberaumten Zeit trifft man sich am Busparkplatz. Es war trotz dem teilweise miesen Wetter für alle Gruppen ein gelungener letzter Wandertag. In Oberhof wartet das Nachtessen und dann noch ein lustig bunter Abschiedsabend. Gegenseitig wird auch Dank gesagt und hier soll auch mal unser Busfahrer genannt werden. Er hat uns nähmlich all die Tage gekonnt, mit viel Gefühl über kurvenreiche Strecken, durch die Thüringer Landschaft gefahren .Herzlichen Dank. Auch Dank an die Hotelinhaberin und Ihrer Belegschaft, welch uns immer freundlich, gut und reichlich mit Speis und Trank versorgt haben und uns schöne Zimmer bereitgestellt hatten. Spät noch wird der Koffer gepackt, denn andern Tags ist Heimfahrt angesagt. Eine letzte gute Nacht.

 

 

 

Der Abschiedsmorgen ist da. Die Koffer verladen. Alle sind an Bord. Winke, Winke, Ein letztes Mal kurvt unser Bus gekonnt aus dem Hotelparkplatz zur Straße und macht sich auf den Heimweg. Es regnet und da man eigentlich noch in Suhl einen kleinen Halt machen wollte entscheidet man sich: NON STOP in die Heimat, was uns mit einem kleinen Zwischenhalt auch gelungen ist.

Auf Wiedersehen.

 

Bericht und Bilder: Wolfgang Staudenmayer