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Startseite > Rückblicke 2017 > 06.01.2017 Dreikönigswanderung

 

 

 

Rückblick auf die Wanderung

vom 6.1.2017

“Unsere Vorfahren”

 

 

Die Wanderung am Dreikönigstag eines Jahres ist in unserer Ortsgruppe traditionell der Auftakt in die neue Saison. Auf dem Programm stand wieder eine Tour, die das Wandern mit etwas Kultur verband, nämlich einem Besuch im Urmenschmuseum in Steinheim. Laut Wetterbericht stand uns ein eisig kalter Tag bevor. Über die Weihnachtsfeiertage war das Wetter noch mild und feucht gewesen, doch nun zeigte sich der Januar von seiner frostigen Seite: minus 6 Grad hatte das Thermometer am Morgen gezeigt und viel mehr sollte es auch tagsüber nicht werden. Alle waren jedoch warm angezogen und trotzten frohgemut der Kälte.

Bei der Begrüßung am Bahnhof konnte man von allen Seiten hören: “A guats Neis noch und bleib gsund!”. Ja, gute Wünsche kann man auch einige Tage nach Neujahr noch gut anbringen. Mit Ingrid Ollig und Christa Mugele ging’s nach Marbach und von dort sollte vom Bahnhof hinauf auf den “Galgen” gewandert werden. Ingrid hielt die Begrüßungsrede am Bahnhof und erläuterte den Ablauf der Wanderung, auch die Auswahlliste der Speisekarte für das Mittagessen wurde schon mal verteilt, so dass sich jeder in Ruhe überlegen konnte, ob er sich lieber für ein Schnitzel oder für Kutteln mit Bratkartoffeln entscheiden wollte (beides stellte sich dann später im “Ochsen” in Marbach als sehr lecker heraus!

Ganz schön steil begann der Aufstieg und nach ein paar Minuten musste niemand mehr frieren. Die Sonne strahlte schon vom blitzeblauen Himmel – es würde ein schöner Tag werden. Oben an der Aussichtsplattform konnten wir bei klarer Sicht einen Rundumblick genießen. Hilfreich zur Bestimmung der umliegenden Dörfer und Hügel waren die Angaben auf dem Aussichtsstein, den der Albverein vor etlichen Jahren dort aufgestellt hat. Unser leider verstorbener Wanderfreund Gustl Winterer hat dazu das stabile Fundament gemauert. Der Stein konnte auch gleich als Tischplatte dienen, um noch einige Geldgeschäfte zu erledigen: Christa kassierte noch von einigen Mitwanderern den Obulus für “eigene Fahrkarte”. Die Münzen auf unserem Steintisch waren sofort festgefroren und konnten nur mit Mühe wieder “losgeeist” werden.

Nun also weiter hinab nach Steinheim, wo sich gleich neben dem Rathaus das Museum befindet. Im Erdgeschoss zeigte uns Herr Ratgeber die Funde aus Steinheimer Kiesgruben. Da war der riesiger Stosszahn eines Waldelefanten (“zwei Männer können den kaum zusammen tragen!”), Schaufeln von Riesenhirschen und Hörner von Wasserbüffeln, ein Elefantenzahn, der mehrere Kilo wiegt und viele weitere Knochenfunde. An den Wänden gab es Bilder, die Landschaften mit der Tier- und Pflanzenwelt der Urzeit zeigte. Der Höhepunkt dieser Tierfunde ist das fast vollständige Skelett eines Steppenelefanten, liebevoll “Steppi” genannt. Das Original befindet sich heute im Naturkundemuseum in Stuttgart, aber auch die Nachbildung ist ungeheuer beeindruckend, ein Koloss von 4 m Höhe mit stark gekrümmten Stoßzähnen.

Im Obergeschoss dann das wichtigste Ausstellungsstück, von dem das Urmenschmuseum seinen Namen hat, der köcherne Schädel einer jungen Frau. Der Fund wurde am 24. Juli 1933 von Karl Sigrist in einer Kiesgrube entdeckt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Frau vor rund 400.000 Jahren gelebt hat und zu den Vorfahren der Neandertaler gehörte. Man konnte sogar feststellen, dass sie an einem Gehirntumor gelitten hat. Leider war vom restlichen Skelett nichts vorhanden und so nimmt man an, dass der Schädel vom Hochwasser angeschwemmt wurde. Ein “Porträt” an der Wand zeigte, wie die junge Frau ungefähr ausgesehen haben könnte.

Die Steinheimer Funde waren schon immer zahlreich und man hat versucht, den Eifer der Arbeiter beim Aufspüren von interessanten Knochen durch ein gelegentliches Fäßle Bier zu verstärken, das sogenannte “Knochenbier”. Wir bedankten uns herzlich für die interessante Führung und waren ganz froh, dass wir auf unserer weiteren Wanderung keine Begegnung mit stosszahntragenden Elefanten oder Büffeln befürchten mussten.

Unsere zweite Etappe führte entlang der Murr, vorbei am Städtchen Murr bis der Aufstieg auf die Höhe über Marbach began. Oben angelangt durften wir nochmal den schönen sonnigen Ausblick genießen bis wir schließlich an Krankenhaus und Alexanderkirche vorbei hinab nach Marbach kamen, wo wir den schönen Wandertag bei einem deftigen Essen und einem Gläschen Roten ausklingen ließen.

Text: Christa Mugele

Fotos: Gerda Potzel