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Startseite > Rückblicke 2017 > 17.-20.05.2017 Jahresfahrt der Seniorengruppe

Jahresfahrt 2017 der Senioren-Gruppe

des Schwäbischen Albvereins Ludwigsburg

vom 17.-20.5.2017

 

Pünktlich um 8 Uhr hat sich die große Albverein-Familie der Senioren-Gruppe (36 Teilnehmer) am Busbahnhof LB eingefunden. Wir begrüßen uns herzlich, wir kennen uns gut, viele gemeinsame Erlebnisse schenken uns Vertrautheit. Unsere bewährten Wanderführer-Ehepaare Irmi und Norbert Tauscher, Urse und Otto Schuster, und „unser“ Chauffeur Walter Nuoffer (diesmal mit Ehefrau Margreth) geben uns die Gewissheit, dass schöne Tage uns bevorstehen.

Um Staus zu entgehen fahren wir über Schwäbisch Gmünd- Aalen – Westhausen und dann auf die A8. Walter meint: „Das ist doch schön, wenn man freie Straßen hat“ (er musste auf der Fahrt nach LB mit Staus kämpfen). Wir genießen die Landschaft bei hellem Sonnenlicht (ca. 24 Grad) : Wiesen, auf denen die erste Mahd liegt, leuchtende Rapsfelder, Reiher, Greifvögel….

Reisen ist auch Erinnerung: Kloster Lorch (da waren wir im Café Muggensee)

Der Einhorn-Tunnel – Heubach : Rosenstein – Höhenzug Braunenberg bei Aalen – die Flüsse des Hohenlohischen: Kocher, Jagst, Tauber –die Kapfenburg. Wir verlassen die Schwäbische Ostalb und kommen ins Ries.

In Leipheim (Rasthaus) gibt es eine Pause: Kaffee (von Walter gebraut, von Margreth Nuoffer ausgeschenkt) und… die angekündigte Überraschung: eine  Vital-Stange (köstlich). Wir danken dem Verein.

Im Anhauser Tal startet unsere erste Wanderung: 6 km bis Burgwalden. Es ist heiß, aber die Landschaft in helles Licht getaucht ist so schön, vielleicht nicht so angenehm für unsere nicht mehr so gelenkigen Knochen, aber dafür umso mehr für unsere Sinne. – Und wir haben es geschafft: Lockte doch die Mittagsrast, und das in der Waldgaststätte des Ehemaligen Fürstl. Fugger-Gasthofs .Eine Stätte wie geschaffen zum Aufatmen.- Durch die Wirtsstube, wo die Vergangenheit zu spüren war, kam man zum Friedhof, mit in der Wand eingelassenen Grabplatten der Fugger.. Daneben das ehemalige Fugger-Backhaus , das erst vor kurzem – nach Genehmigung von Fürst Alexander Fugger- in ein Museum umgestaltet wurde. Es war nur durch die geschlossenen Fenster „zu besichtigen“.

Wir werfen noch einen Blick auf den Schlossweiher und den Mühlweiher: die Wasserfläche lag still da, vom Wind gekräuselt, von glatten Flächen wie Spiegel unterbrochen.  Dann steigen wir wieder in den Bus: – Landsberg (war Hitler inhaftiert, wo er sein Buch „Mein Kampf“ schrieb)  – der aufgestaute Lech – Lechfeld.- Dann – in der Ferne : Gebirge mit Schnee: die Ammergauer Berge – Richtung Füssen: Moränenhügel aus der Eiszeit – hellbraune Kühe. – Wir sind im „Pfaffenwinkel“ (in keiner anderen Region Deutschlands gibt es so viele Kirchen und Klöster). – Zugspitzmassiv (das wir in den folgenden Tagen noch oft bestaunen können). Rottenbuch: das Augustiner Chorherrenstift. Die Rokoko-Klosterkirche  „Maria Geburt“ stammt aus dem 15. Jh:. Bei der kurzen Besichtigung fielen besonders ins Auge: an der Kanzel: die Bergpredigt, holzvergoldet, der Kreuzweg in Form von Ölgemälden, die Pietà im Eingangsbereich.

Dann: „Sie haben Ihr Ziel erreicht“: Böbing, Gasthof Haslacher. (Manche erinnerten sich an unseren Aufenthalt vor vielen Jahren dort). Dank der vorausschauenden Organisation hatten wir bereits unsere Zimmer-Nummern, bekamen die Schlüssel dazu, auch für die Koffer wurde „gesorgt“. So konnten wir uns bald zum gemütlichen und wohlschmeckenden Abendessen einfinden, dankbar für diesen schönen Anreisetag.—Plötzlich klangen Stimmen an unser Ohr, Männerstimmen. Ein großer Chor probte im großen Saal, ein schöner Abschluss dieses so strahlenden Vorsommertages.

In der Dämmerung hört man den Ruf des Kuckucks.

2. Tag: 18. Mai –Kulturtag- (und ein Tag der Sorge)

Wir finden uns ein zum Frühstück im großen Saal (in dem am Abend davor gesungen wurde) und bedienen uns an dem nahrhaften, reichhaltigen Buffet. Leider nicht unser Norbert Tauscher; wir  müssen erfahren von Irmi, dass er die Nacht im Krankenhaus in Weilheim verbracht hat: sein Herz. Wir sind erschrocken und versuchen, Irmi so gut wir konnten beizustehen.

Wir fahren parallel zur A 96, die von Lindau nach München führt, nach Stegen zum Ammersee, ein Höhepunkt erwartet uns: eine Schaufelraddampfer-Fahrt. -Und schon sind wir an Deck und könnten singen: Jetzt fah’n wir über’n See, über’n See, jetzt fahr’n wir über’n See nach Herrsching“. Das Wetter ist uns hold, wir genießen die Ufer, die Schneeberge, sehen Enten, Seeschwalben, und bald erscheint am Horizont vor uns das Kloster Andechs.-  In Gedanken fließen wir mit der Ammer durch den See, kommen heraus, fließen weiter in die Isar, die Donau (da haben wir unseren Namen geändert) und enden im Schwarzen Meer. „Die Flüsse wandern, und bringen uns, dahin, wo wir wollen“, sagt Pascal Blaise.

In Herrsching gehen wir entweder zu Fuß oder mit einem Shuttle-Bus zum Kloster hinauf, der „Heilige Berg Bayerns“.  Es gibt dort Kultur: Kirchen, Reliquien, (Wallfahrtsort), eine Grablege der Wittelsbacher, Johann Baptist Zimmermann hat seine Spuren (Rokokostil) hinterlassen-  Das Wirtschaftsgut umfasst Klosterbrauerei, Gastronomie, Landwirtschaft, Tagungs- und Kulturzentrum..Einen großen Teil der Klosteranlage nehmen allerdings die Biergärten, überdacht und im Freien, Cafés, Restaurants, Selbstbedienungs-Lokalitäten ein, wo man wählen kann zwischen 7 verschiedenen Biersorten, große Brezen, kleine Brezen, Haxen, Obatzda, etc. „Der Mensch lebt nicht von Rokoko allein, sondern auch von Brot“….und Bier).- Auch der junge Wilhelm Busch kehrte gern in Andechs ein und verarbeitete Eindrücke in seiner „Frommen Helene“: Hoch von gnadenreicher Stelle winkt die Schenke und Kapelle…

Beeindruckt und etwas überwältigt fahren wir weiter nach Weilheim zum Hohenpeißenberg (Rigi von Bayern). Irmi hat inzwischen mit dem Krankenhaus telefoniert; sie kann ihren Mann abends abholen; es geht ihm soweit gut, muss sich natürlich schonen. Mit Irmi sind wir dankbar und erleichtert .—

In Hohenpeißenberg gibt es eine Kirche, aber auch ein Café mit einem hinreißenden Panorama, so schön, dass man es mitnehmen möchte zum Aufhängen im Wohnzimmer als ein wunderschönes Aquarell. Aber wir können es in unserer Erinnerung mitnehmen (Reisen ist auch Erinnerung).Die Aussicht, Eis-Café, Apfelstrudel, Eisbecher (und als in Abendessen in Böbing Rindsroulade)---Da schweigen alle Wünsche und Sehnsüchte!---

3. Tag – 19. Mai – Bergtag

Am Frühstückstisch ist Norbert wieder anwesend. Gott sei’s gedankt.

Wir fahren : Murnau – Staffel- Kochel- Walchensee: Von dort in nur 4 Min. 500 m nach oben mit der Gondel zum Herzogstand. Es sind keine Gipfelstürmer da, nur  e i n e   Gipfelstürmerin. An Bergblumen können wir entdecken: Soldanelle (Trottelblume) – Schlüsselblume – Enzian (zwei) – Seidelbast – Pestwurz – Alpenrose (noch nicht blühend) – die herzblättrige Kugelblume – Schneebeide – Zwergbuchs, etc.  Bei einer „Brotzeit“ lassen wir die Berg-Aura auf uns wirken und denken an die, die auch schon hier saßen: König Max,  Ludwig II – die Maler Franz Marc  und Lovis Corint, die bevorzugten Kochel- und Walchensee, der Märchenkönig den Berg mit seiner unverfälschten Natur.

Die Rückfahrt nach Böbing geht über Garmisch, vorbei an der Skisprungschanze „Heiner Klopfer“- werden auf  die Alpspitze – den Kletterberg Ettaler Mandl aufmerksam gemacht. Dann machen wir Halt in der Benediktinerabtei Ettal, . Wir betreten die beeindruckende Basilika :  das Gnadenbild – Zitat: „Als die Frau Stifterin von Ettal wird Maria, wie sie uns in unserem Gnadenbild begegnet, seit Jahrhunderten in Ettal verehrt. Kaiser Ludwig, der Bayer wollte als Erbauer des Klosters ganz in den Hintergrund treten und der Gottesmutter seine Klostergründung anvertrauen.“  

Auch hier gibt es „Weltliches“,z.B.  Ettaler Klostergeist,Magenbitter, Liköre, Murmeltierfett zum Einreiben; Kunst oder weniger Kunst im Buchladen, wo Mönche bedienen.

 

4. Tag – 20. Mai – letzter Tag

„Atmet nocheinmal tief ein; so eine gute Landluft bekommt Ihr nicht bald wieder“, so Irmi’s Begrüßung. Und: „Unsere – sinngemäß - unsere Jahresfahrt stand unter einem guten Stern“.-- Alles und alle (auch Norbert), unsere Zusammengehörigkeit, auch das Wetter war doch sehr perfekt,nicht nur  e i n   Grund, dankbar zu sein.

Dann die Wieskirche, die einsame Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland bei Steingaden. Der Baumeister: Dominikus Zimmermann (sein 250. Todesjahr war 2016).  Diese Rokoko-/Barock-Kirche „lädt ein, länger  zu verweilen und die Symphonie von Religion, Kunst, Musik, Frieden, Landschaft, Ruhe und Glauben zu verinnerlichen“. (Zitat aus einem Heft der „Wies“). Aber wir müssen weiter.-

Wir wandern – ein letztes Mal – von Apfeltrang nach Hiemenhofen zu einem Aussichtspunkt inmitten von Blumenwiesen, und haben einen unvergleichlichen Blick auf das Bergpanorama:  u.a. Säuling, Zugspitze, Alpspitze…

Mittagspause: Kirnacher Stuben in Ruderatshofen. Ein freundlicher Raum und gutes Essen, rasch serviert. Danach entdecken wir einen weiteren Raum, direkt neben der winzigen, hübschen Hausbrauerei, unter den Fenstern fließt die Kirnach.

Erika Rothweiler hält – ganz im Sinne der „Familie“ - die Dankesrede an unsere Wanderführer Ehepaare Tauscher und  Schuster und Bus-„Führer“ Walter Nufer. Wir wissen alle, dass diese Fahrt nur mit dieser überaus sorgfältigen Vorbereitung und Organisation so gut gelingen konnte. Ihre Schlussworte waren:…“Und wir laden Euch zum Mittagessen ein.“…

Zu unserem großen Bedauern wissen wir nicht, ob im nächsten Jahr wieder eine Jahresfahrt stattfinden kann. Die Gründe sind bekannt und zu verstehen. Aber – wer weiß – vielleicht geschieht ein Wunder.-----

Kempten – Ulm – Aalen – bald verschwinden die Schneeberge am Horizont, dafür erscheint z.B. der Hohenstaufen: unsere Hügel….

Und bald: Ludwigsburg hat uns wieder. Jetzt ist diese Jahresfahrt 2017 schon Erinnerung, aber unvergesslich…. „In den Ohren das Murmeln der Flüsse, der Wälder rauschender Klang, das Geläut von den Glocken der Dome, von den Feldern Lerchengesang.“

 

Bericht:   Renate Schneider

Fotos:     Ilona Kowalewski